Saban startet neuen Anlauf zur Übernahme von ProSiebenSat.1

6. August 2003, 11:47
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Chanchen seien gestiegen - US-Milliardär hat diesmal Unterstützung von Finaninvestoren

Der US-Milliardär Haim Saban startet in Kürze seinen neuen Anlauf zur Übernahme von Deutschlands größtem TV-Konzern ProSiebenSat.1. Voraussichtlich in der kommenden Woche werde Saban der KirchMedia ein neues Angebot vorlegen, heißt es am Mittwoch aus Verhandlungskreisen. Sabans Chancen seien gestiegen.

"So wie der Deal skizziert wurde, stößt er wohl auf Zustimmung." Positiv wird in Gläubigerkreisen vor allem gesehen, dass Saban diesmal von Finanzinvestoren unterstützt wird. Ein erster Übernahmeversuch Sabans war vor einigen Wochen in letzter Minute geplatzt.

Verhandlungen mit Gläubigerbanken

Dem Vernehmen nach führte die Saban-Seite zuletzt am Dienstag Verhandlungen mit Gläubigerbanken. Ein Angebot Sabans könnte Mitte kommender Woche kommen. Allerspätestens wird für Mitte August mit dem Offert gerechnet. Nach Angaben aus Branchenkreisen wird Saban unter anderem von US-Beteiligungsgesellschaften wie Bain Capital und Hellman & Friedman unterstützt.

Anfang Juni war die Übernahme von ProSiebenSat.1 und des Filmrechtehandels der zusammengebrochenen KirchGruppe an Finanzierungsproblemen gescheitert (etat.at berichtete). Ursprünglich wollten KirchMedia-Geschäftsführung und Insolvenzverwaltung daraufhin erst einmal alleine weiter machen und erst in ein oder zwei Jahren eine neue Versteigerung starten.

Verkauf an Saban vorstellbar

Zudem war bei einigen Gläubigerbanken die Lust nicht sonderlich groß, es nach dem gescheiterten Geschäft noch einmal mit Saban zu versuchen. Falls Saban aber nun das Geld gleich auf den Tisch lege, sei ein Verkauf an den.US-Milliardär durchaus vorstellbar, heißt es inzwischen in Verhandlungskreisen.

Knackpunkt könnte noch der Kaufpreis sein. Laut übereinstimmenden Medienberichten will Saban den Preis mit Verweis auf die schwache Entwicklung von ProSiebenSat.1 drücken. Die Finanz-Investoren sähen den fairen Preis zwischen 4,50 und 5 Euro pro Aktie, berichtete die "Süddeutsche.Zeitung" (Mittwochausgabe). Es werde vermutet, dass Saban nicht mehr als 6,50 Euro zahlen wolle. Dies wäre ein Euro weniger als bei seinem vergangenen Übernahmeangebot. (APA/dpa)

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