US-Börsenaufsicht verlangt Einsicht in AOL-Dokumente

7. August 2003, 11:45
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Methoden zur Erhöhung der Kundenzahlen sollen aufgeklärt werden

Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission SEC verlangt vom US-Onlinedienst AOL jene Dokumente, die das sogenannte Bulk-Subscription-Program betreffen. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Wie letzte Woche bekannt wurde, hat AOL seine Kundenzahlen mit diesen Sonderkampagnen nach oben getrieben. Die SEC will nun über jene Praktiken aufgeklärt werden, mit denen AOL in den Jahren 2001 und 2002 mindestens 830.000 Kundem dazu gewonnen und damit die Kundenstatistik um knapp 17 Prozent nach oben getrieben hat.

Die SEC forderte AOL dazu auf, "Hard-Copy und elektronische Dokumente, E-Mails sowie Computer-Contents, welche die Bulk-Subscription-Arrangements betreffen, aufzubewahren, genauso wie alle Dokumente und anderes Material, das AOLs Praktiken, Methoden und Prozeduren zur Erhöhung der Kundenzahlen betrifft", so das WSJ unter Berufung auf eine E-Mail, die von AOL an Mitarbeiter ausgesendet wurde.

Bulk-Subscription-Programm

Das Bulk-Subscription-Programm wurde 2000 gestartet und wuchs im Jahr 2001 sehr schnell. Den Vertriebspartnern wurden verbilligte Nutzer-Accounts für ein bis drei Dollar geboten, die diese für zehn Dollar an ihre Mitarbeiter verkauften. Der offizielle AOL-Preis hingegen betrug in etwa 20 Dollar pro Monat. Die Partner waren laut WSJ Sears (185.000 Accounts), J.C. Penney (250.000 Accounts), Target (350.000 Accounts), United Airlines (25.000 Accounts) und CompUSA (20.000 Accounts).(pte)

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