Die große Ungerechtigkeit

12. August 2003, 11:40
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Kommentar zur Forderung von Trend-Herausgeber Christian Rainer, dass Frauen fünf Jahre später in Pension gehen sollen als Männer

Herr Christian Rainer, Herausgeber des Wirtschaftsmagazins Trend, fordert in der neuesten Ausgabe, dass Frauen fünf Jahre später in Pension gehen sollen als Männer. Begründung: Erstens Frauen leben länger und da das Erwerbsleben von Frauen durch Kinderbetreuung verkürzt wird, ist es zweitens logisch den Rentenantritt nach hinten zu verschieben.

Von welcher Logik spricht da Herr Rainer? Folgen wir dieser Logik doch ein wenig:

Frauen verdienen um 45 Prozent weniger als Männer, wenn sie Kinder haben, und immer noch 31 Prozent weniger, wenn sie keine Kinder haben. Völlig logisch ist also den Verdienst von Frauen an das Einkommen von Männer anzuheben.

Frauen bekommen in Österreich im Durchschnitt 678 Euro Pension pro Monat und damit um 53 Prozent weniger als die Männer. Nirgendwo ist der Unterschied in der EU größer. Völlig logisch ist daher, die durchschnittliche Frauenpension der Männerpension anzugleichen.

Nur 60 Prozent der österreichischen Frauen haben eine eigenständige Pension, 24 Prozent verfügen über eine Witwenpension und 16 Prozent erhalten keinerlei Pension. Frauen arbeiten ja genauso wie Männer ihr Leben lang, auch wenn sie nicht erwerbstätig sind. Völlig logisch ist daher allen Frauen einen Anspruch auf eine eigenständige Pension zu gewähren.

Ungerechtigkeiten zu beseitigen ist doch ganz einfach, man muss nur der Logik folgen und alles wird gut. Ist doch logisch, Herr Rainer, oder? (gh)

30.07.2003
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    Logik laut Herrn Rainer: Frauen sollen länger arbeiten, weil ihr Erwerbsleben durch Kindererziehung verkürzt wird und sie länger leben
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