Raumfahrer einigen sich

1. August 2003, 19:25
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Arianespace schließt Allianz mit Konkurrenten Boeing und Mitsubishi - Kunden sollen zwischen Anbietern wechseln können

Paris - Der europäische Raumfahrtkonzern Arianespace hat eine Raketen-Allianz mit seinen Konkurrenten Boeing und Mitsubishi geschlossen. Wie das für das Ariane-Programm verantwortliche Unternehmen am Mittwoch in Paris mitteilte, sollen Satelliten-Kunden künftig bei technischen Problemen vor ihren Starts zwischen allen Trägersystemen der drei Anbieter wählen können. Jede der beteiligten Gesellschaften werde aber weiter ihre eigenen Raketen und ihre eigenen Startdienste vermarkten.

Das Abkommen zwischen den drei Anbietern wurde den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen in Los Angeles und Tokio ausgehandelt. Die Unternehmen seien sich sehr rasch über die eigentlich erst für Herbst erwartete Allianz einig gewesen, sagte Arianespace-Chef Jean-Yves Le Gall. "Ich bin sehr zufrieden." Mit der Übereinkunft reagieren die Konkurrenten auf die Krise der kommerziellen Raumfahrt, die vor allem unter der gesunkenen Nachfrage nach Telekom-Satellitenstarts leidet. Die Zahl fiel von jährlich 30 Satelliten zuletzt auf rund zehn. Le Gall zeigte sich überzeugt, dass die Krise in zwei bis drei Jahren überwunden sei.

Stellen gestrichen

Arianespace setzt derzeit auf die Ariane-5, will künftig über eine neu gebaute Rampe aber auch russische Sojus-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus starten lassen. US-Konkurrent Boeing Launch Services (BLS) ist für die Starts der Trägerraketen Sea Launch und Delta verantwortlich, die japanische Mitsubishi Heavy Industries (MHI) für die Raketen des Typs H-2A.

Erst im Juni hatte die bei Paris sitzende Arianespace angekündigt, 100 ihrer 350 Arbeitsplätze streichen zu müssen. Der Stellenabbau beim Weltmarktführer für kommerzielle Satelliten-Starts konnte nach Angaben von Firmenchef Le Gall durch die Entscheidungen zur Fortführung des Ariane-Programms noch "begrenzt" werden. Die Mitgliedstaaten der europäischen Raumagentur ESA hatten Ende Mai beschlossen, ihr Raketenprogramm trotz des Scheitern der bisher stärksten Trägerrakete "Zehn-Tonnen-Ariane" beim Jungfernflug im vergangenen Dezember fortzusetzen.(APA)

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