Sat.1 hofft auf Ende der Verluste - Schwarze Null angepeilt

6. August 2003, 11:47
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Nach zwei verlustreichen Jahren will der Fernsehsender in diesem Jahr aus den roten Zahlen kommen

Nach zwei verlustreichen Jahren will der Fernsehsender Sat.1 in diesem Jahr aus den roten Zahlen kommen. "Wir streben 2003 eine schwarze Null an und dabei sind wir auf einem guten Weg", sagte Geschäftsführer Martin Hoffmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). "Sollte sich die sehr positive Tendenz vom Juli auch im Herbst fortsetzen, haben wir sicherlich gute Chancen, unser Ziel zu erreichen." Sat.1 ist schon seit längerem das große Sorgenkind im ProSiebenSat.1-Konzern. Belastet wurden die Ergebnisse des Senders unter anderem durch die Bundesliga-Sendung "ran", die es in der neuen Saison nicht mehr gibt.

Zweites Quartal: "Außerordentlich gut"

Das zweite Quartal sei "außerordentlich gut" verlaufen, sagte Hoffmann. Im vergangenen Jahr hatte sich der Vorsteuerverlust des Senders um 27 Prozent auf 98 Millionen Euro erhöht. In den vergangenen Wochen war auch über eine Ablösung Hoffmanns spekuliert worden. Konzernchef Urs Rohner wies die Gerüchte aber mittlerweile zurück. Am 7. August will Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 die Halbjahreszahlen veröffentlichen.

Weitere Kostensenkungen

Bessere Zahlen könnten den Verkaufsprozess von ProSiebenSat.1 erleichtern. Vor einigen Wochen war die Übernahme der KirchMedia als einstigem Herzstück der zusammengebrochenen KirchGruppe durch den US- Milliardär Haim Saban gescheitert. Saban will nun einen neuen Anlauf zum Kauf von ProSiebenSat.1 unternehmen (etat.at berichtete). Nach Angaben aus Branchenkreisen will er den Preis mit Verweis auf die schwierige wirtschaftliche Lage bei der Sendergruppe noch einmal drücken.

Hoffmann will den Sender mit weiteren Kostensenkungen fit machen. "Wir senken 2003 unsere Programmkosten gegenüber dem Vorjahr um 150 Millionen auf 580 Millionen Euro." Für die Shows und Serien seien mit den Produzenten niedrigere Preise ausgehandelt worden. Zudem will der Sat.1-Geschäftsführer die Einschaltquoten steigern. Programmschwächen habe der Sender vor allem werktags in der umsatzträchtigen Zeit zwischen 19.00 und 20.15 Uhr. "Das Problem werden wir aber noch dieses Jahr in den Griff bekommen." Verbesserungen seien unter anderem im Nachrichten-Programm geplant. "Dafür benötigen Sie aber Zeit, das erreichen Sie nicht in zwei bis drei Monaten." (APA/dpa)

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