Finanzielle Schwierigkeiten

5. August 2003, 21:01
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Staatsoper will von Absage bedrohte Neuwirth-Oper herausbringen

Wien - Staatsoperndirektor Ioan Holender erklärt in einem Interview mit der morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe der Infoillustrierten "News" seine Bereitschaft, das wegen finanzieller Schwierigkeiten vom Aus bedrohte Salzburger Musiktheaterprojekt "Der Fall W." von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek an seinem Haus zu verwirklichen. "Wenn eine der bedeutendsten Komponistinnen und eine der größten Autorinnen Probleme haben, ist es mir eine Ehre, das 2006 zu übernehmen", so Holender laut "News".

Die Uraufführung der "Don Giovanni"-Paraphrase ist als Koproduktion der Salzburger Festspiele mit der Pariser Oper für den 23. Juli 2006 in der Felsenreitschule vorgesehen. Dirigent Sylvain Cambreling soll das Südwestfunk-Orchester leiten, Ute Lemper eine Hauptrolle übernehmen. Als Regisseur soll Österreichs Top-Filmer Michael Haneke sein Bühnen-Comeback feiern.

Die Uraufführung ist nun aber wegen finanzieller Schwierigkeiten des US-Mäzens Alberto Vilar von einer Absage bedroht. Die Festspielleitung betont zwar, dass der Rückzug der Salzburger Festspiele noch nicht fest stehe und die Haushaltszahlen im Oktober abzuwarten seien. Für Neuwirth ist das Projekt jedoch bereits "tot".

Pariser Oper

Holender biete sich nun an, die Produktion gemeinsam mit der Pariser Oper zu verwirklichen. "Ich werde gern mit der Pariser Oper koproduzieren und bestehe auch nicht darauf, der Erste zu sein, sollte (Intendant Gerard, Anm.) Mortier die Uraufführung wollen", so der Staatsoperndirektor. (APA)

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