Kinder von adipösen Frauen sterben als Erwachsene früher

14. August 2013, 15:52
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Laut einer Studie haben Kinder von adipösen Frauen ein um 35 Prozent höheres Risiko vor dem 55. Lebensjahr zu sterben

Paris - Kinder von adipösen Frauen haben laut einer Studie ein deutlich erhöhtes Risiko, als Erwachsene frühzeitig zu sterben. Das Risiko, das 55. Lebensjahr nicht zu erleben, liegt um 35 Prozent höher als bei Kindern normalgewichtiger Frauen, wie es in der am Mittwoch im Online-Fachmagazin "BMJ" veröffentlichten Studie heißt. Kinder übergewichtiger, aber nicht fettleibiger Frauen hatten ein um elf Prozent erhöhtes Risiko als Erwachsene frühzeitig zu sterben. Die genauen Ursachen dafür sind jedoch noch unklar.

Schottische Wissenschaftler werteten für ihre Studie die Daten von 28.540 Frauen aus, die zwischen 1950 und 1976 rund 37.700 Kinder auf die Welt brachten. 6.551 Söhne und Töchter der Frauen waren vor Beginn der Studie gestorben. 21 Prozent aller Mütter hatten Übergewicht, also einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 29.9, vier Prozent wurden als adipös klassifiziert, da sie einen BMI von 30 und mehr hatten.

Kein Kausalzusammenhang

Neben dem erhöhten Risiko eines frühzeitigen Todes fanden die Forscher auch heraus, dass die Kinder adipöser Frauen ein um 42 Prozent erhöhtes Risiko hatten, als Erwachsene wegen Herzerkrankungen in Kliniken untersucht oder behandelt werden zu müssen. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Gebärmutter-Umwelt einen bedeutsamen und langfristigen Effekt auf das Risiko eines vorzeitigen Todes des Nachwuchses hat", heißt es in der Studie. Es sei daher "dringend notwendig", bei Fettleibigkeit vor einer Schwangerschaft abzunehmen.

Allerdings ist es nicht zulässig von einem Kausalzusammenhang zwischen der Fettleibigkeit der Mutter während der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für einen früheren Tod des Nachwuchses auszugehen. So könnten etwa die Kinder von übergewichtigen Müttern später selbst von Übergewicht betroffen sein, weil sie sich schlecht ernähren, zu wenig bewegen oder eine genetische Veranlagung für Übergewicht haben - mit den daraus folgenden Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Der Studie zufolge haben in den USA 64 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter Übergewicht. Rund ein Drittel davon ist adipös. (APA/red, derStandard.at, 14.8.2013)

  • Die Forscher betonen allerdings, dass es keinen Kausalzusammenhang zwischen der Fettleibigkeit der Mutter während der Schwangerschaft und dem erhöhten Risiko für einen früheren Tod des Nachwuchses gibt.
    foto: apa/dpa/waltraud grubitz

    Die Forscher betonen allerdings, dass es keinen Kausalzusammenhang zwischen der Fettleibigkeit der Mutter während der Schwangerschaft und dem erhöhten Risiko für einen früheren Tod des Nachwuchses gibt.

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