Online-Textilhandel hängt stationäre Geschäfte ab

14. August 2013, 08:20
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Traditioneller Modehandel schrumpft, reine Internet-Anbieter bauen Marktanteile aus

Während der traditionelle Bekleidungs-Einzelhandel in Österreich schrumpft, haben die reinen Internet-Anbieter und Versandhändler im Bereich Mode ihren Marktanteil innerhalb nur eines Jahres von 5,8 auf mehr als 8 Prozent ausgebaut. Wenn man die Online-Anteile der vorwiegend stationär tätigen Bekleidungshändler berücksichtigt, beläuft sich der via Internet verkaufte Anteil im Bereich Kleidung in Österreich bereits auf rund 18 Prozent der gesamten Umsätze dieser Branche. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Standortberaters Regioplan hervor.

Schuhe und Sportartikel

Demnach fuhr der traditionelle Bekleidungseinzelhandel 2012 ein nominelles Minus von 0,7 Prozent ein. Die Schuhbranche und der Sportartikelhandel konnten zwar nominell gesehen mit +0,9 Prozent beziehungsweise +0,6 Prozent noch wachsen, real bedeuten diese Zahlen jedoch auch einen Rückgang. Auch im Schuh- und Sportartikelbereich sind die Online-Anteile beträchtlich: 16 Prozent beziehungsweise 12 Prozent vom jeweiligen Branchenumsatz.

Dynamische Branche

Der Bekleidungseinzelhandel ist in Österreich laut Regioplan einer der dynamischsten Branchen mit der geringsten Konzentration - die Top-3-Marktteilnehmer H&M, C&A und P&C haben zusammen nur einen Marktanteil von 27 Prozent.

Die Branchenkönige

Im Schuh- und Sportartikelhandel ist das Kräfteverhältnis eindeutiger: Leder & Schuh, Deichmann und die Kooperation ANWR-Garant-Austria kommen auf mehr als 50 Prozent der Marktanteile, im Sportartikeleinzelhandel beanspruchen Sport Eybl & Sports Experts, Sport 2000 und Intersport gesamt rund 68 Prozent der Marktanteile für sich.

Kaufen und verkaufen

Der Kampf um Marktanteile und bessere Erträge führt auch zu Verkäufen und Übernahmen. So wurde heuer der Marktführer Sport Eybl durch den britischen Händler Sports Direct übernommen. Bis Ende August 2013 soll Intersport Austria mehrheitlich durch Intersport Deutschland übernommen werden. Im Bekleidungseinzelhandel sucht der deutsche Textildiskonter NKD, der mit 280 Standorten 2012 der Bekleidungsfilialist mit den meisten Geschäften in Österreich war, einen Käufer. (APA, 14.8.2013)

  • Online-Shops lösen stationäre Geschäfte immer mehr ab
    screenshot: h&m online-shop

    Online-Shops lösen stationäre Geschäfte immer mehr ab

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