Projektil durchschlug Rotorblatt eines Notarzthubschraubers

13. August 2013, 13:15
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Beschädigung am "Christophorus 9" wurde am Dienstag bei Vorflugkontrolle festgestellt - Vorfall ereignete sich vermutlich am Montag

Wien - Das Rotorblatt des ÖAMTC-Notarzthubschrauber "Christophorus 9" ist durchschossen worden. Bei dem Projektil soll es sich um ein 9mm-Vollmantelgeschoß handeln, sagte der Sprecher des Clubs, Ralph Schüller, am Dienstag. Laut Polizeisprecherin Michaela Rossmann wird wegen vorsätzlicher Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt gegen unbekannt ermittelt. Nach einer ersten Begutachtung dürfte es sich tatsächlich um einen Durchschuss handeln, konkretere Angaben ließen sich aber erst nach einer kriminaltechnischen Untersuchung machen.

Zeitpunkt und Ort des Vorfalls standen nach Polizeiangaben nicht fest. Der Vorfall habe sich laut ÖAMTC höchstwahrscheinlich am Montag ereignet. Dem Piloten des in Aspern in Wien-Donaustadt stationierten Fluggeräts sei aber am Montag nichts Außergewöhnliches aufgefallen. Eine Anzeige sei erfolgt, die Ermittlungen hat die Außenstelle Nord des Landeskriminalamts aufgenommen, sagte Schüller. Eine Ersatzmaschine aus Wiener Neustadt hielt die Einsatzbereitschaft des "Christophorus 9" aufrecht.

Nächtliche Aktion sei eher auszuschließen

Dass der Schuss auf den Hubschrauber in Nacht erfolgt wäre, sei eher auszuschließen, da dieser während dieses Zeitraums in einem verschlossenen Hangar stünde und bewacht werden würde. Ein Einsatztag eines "Christophorus"-Hubschraubers wird laut dem Verkehrsclub normalerweise jeweils von einem Piloten durchgeführt und endet mit Sonnenuntergang.

Am 23. März wurde ein Notarzthubschrauber mit einem Baby an Bord in Wien-Donaustadt Ziel einer Laserpointer-Attacke. Der gefährliche, aber folgenlose Zwischenfall mit dem Intensiv-Transporthubschrauber C33 ereignete sich unmittelbar vor der Landung auf dem Dach des Donauspitals. (APA, 13.8.2013)


Wissen

Die ÖAMTC-Flugrettung, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, steht im Dauereinsatz. Im Schnitt werden etwa alle 30 Minuten ein Verletzter oder Erkrankter von einem Notarzt der ÖAMTC-Flugrettung versorgt. Insgesamt sind die Notarzthubschrauber von 16 Standorten in ganz Österreich aus tätig. Der Christophorus Flugrettungsverein hat 18 Hubschrauber in ihrem Besitz. Bei den eingesetzten Fluggeräten kommt ein Pilot im Schnitt jeweils eine Woche lang zum Einsatz.

2012 flogen die Hubschrauber der Christophorus Staffel 15.589 Einsätze, im Jahr davor gab es 16.099 Flüge, 2010 hob man 14.816 Mal ab. Der nun beschossene Wiener Notarzthubschrauber "Christophorus 9" absolvierte 2012 mit 1.731 Rettungsflügen die meisten Einsätze.


Hintergrund

Reportage über die Flugrettung in Aspern: Die einsame Nacht des Fliegers

  • Über Nacht wird der Rettungshubschrauber Christophorus 9 mitsamt der Landeplattform in einen Hangar geschoben. Wann es genau zu dem Durchschuss des Rotorblattes kam, ist noch ungewiss.
    foto: derstandard.at/mcmt

    Über Nacht wird der Rettungshubschrauber Christophorus 9 mitsamt der Landeplattform in einen Hangar geschoben. Wann es genau zu dem Durchschuss des Rotorblattes kam, ist noch ungewiss.

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