Parfum und Sonne: Braune Flecken auf der Haut?

14. August 2013, 16:57
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Parfums wird nachgesagt, dass sie für Pigmentflecken nach dem Sonnenbaden sorgen - Stimmt das?

Nicht nur in Patrick Süßkinds Weltbestseller "Das Parfum“ spielt der Geruchssinn eine zentrale Rolle, auch im täglichen Leben gilt die Nase als Sinnesorgan, das gerne umschmeichelt wird. Die Palette an angebotenen Düften ist groß, für jeden Geschmack ist etwas dabei: Leicht süßlich, blumig, fruchtig, sinnlich, frech oder feminin. 

Vor dem Sonnenbaden wird allgemeinhin empfohlen, auf Parfums zu verzichten. Angeblich machen die Duftstoffe lichtempfindlich und hinterlassen auf den eingesprühten Hautstellen häßliche Pigmentflecken.

Bergamotte-Öl reizt die Haut

Zwar sind die Flecken per se hamlos und infolgedessen auch nicht gesundheitsgefährdend - haben will sie dennoch keiner. Sie sind das Ergebnis einer Hyperpigmentierung: pigmentbildende Zellen, die sogenannten Melanozyten, reagieren auf bestimmte Reize und bilden vermehrt braunen Farbstoff.

Als Auslöser dafür gelten manche ätherischen Öle, die als Photosensibilisatoren die Lichtempfindlichkeit der Haut verstärken. Neben Zitronenöl reagiert besonders  Bergamotte-Öl mit der Haut. Schuld daran sind die darin enthaltenen Psoralene. "Sie wurden früher wegen des Duftes und auch zur Intensivierung der Bräunung kosmetischen Präparaten beigefügt", sagt Adrian Tanew, Leiter der Phototherapeutischen und Photodiagnostischen Ambulanz an der MedUni Wien.

Keine Flecken mehr

Dass aber Parfums generell Pigmentflecken verursachen, stimme dem Experten zufolge nicht mehr. Hautflecken durch Bergamotte-Öle seien passé, denn: "Man hat aus der Vergangenheit gelernt und verwendet in Kosmetika keine Inhaltsstoffe mehr, die im alltäglichen Gebrauch zu einer Photosensibilisierung führen können", sagt er.

Auch Kosmetik transparent bestätigt, dass die Kosmetikindustrie daher auf starke Photosensibilisatoren weitgehend verzichtet: "Diese photosensibilisierenden Öle werden nur noch selten verwendet, und wenn, dann in solch niedrigen Konzentrationen, die sich als unbedenklich erwiesen haben."

Prinzipiell sind Hautreaktionen durch Duftprodukte eher selten. Hinweisen des europäischen Komitees für die Sicherheitsbewertung (SCSS) zufolge sind derzeit ein bis drei Prozent der europäischen Bevölkerung von einer Allergie auf Riechstoffe betroffen. 

Dunklere Hauttypen sind empfindlicher

Pigmentflecken können bei intensiver Sonnenbestrahlung auch in Kombination mit Medikamenten oder Pflanzen wie Johanniskraut entstehen - aber auch ohne Wechselwirkungen kann UV-Licht eine Hyperpigmentierung hervorrufen. Besonders empfindlich sind dabei eher dunklere Hauttypen: sie neigen schneller zu Pigmentflecken als hellere. Wer also lieber auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte gemäßigtes Sonnenbaden bevorzugen.

Sind die braunen Flecken nämlich einmal da, wird man sie nicht so leicht wieder los. Zwar bilden sie sich von alleine zurück, dabei kann aber die Geduld auf eine harte Probe gestellt werden: Je nach Lichtempfindlichkeitstyp und Intensität der Hyperpigmentierung kann es Wochen, Monate oder auch Jahre dauern, bis die Pigmentflecken gänzlich verschwunden sind.

Bleichende Cremes beschleunigen die Rückbildung, dabei ist allerdings auf das Produkt zu achten: frei erhältliche Bleichcremes haben oft keine starke Bleichwirkung, daher sollte sich der Betroffene vom Hautarzt ein Rezept geben lassen, denn medizinische Salben müssen in den Apotheken frisch gemischt werden. (Sophie Niedenzu, derStandard.at, 14.08.2013)

  • Verschiedene ätherische Öle erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut.
    foto: apa/bernd thissen

    Verschiedene ätherische Öle erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut.

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