Bald werden uns künstliche Helfer unter die Arme greifen

18. August 2013, 20:00
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Experte für künstliche Intelligenz bei Buchpräsentation: Computerprogramme und Roboter werden alten Menschen in naher Zukunft unterstützen

Wien - In den vergangenen Jahren haben nach und nach Roboter auch in die Privathaushalte Einzug gehalten: Rasenmäherroboter stutzen das Gras im Vorgarten, selbst gesteuerte Staubsauger befreien das Schlafzimmer von Lurch und Fensterputzroboter sorgen wieder für saubere Scheiben. Eine verhältnismäßig neue Entwicklung sind künstliche Diener. Experten glauben, dass schon bald Roboter alte Leute unterstützen und ihnen ein selbstständiges Leben in ihrer gewohnten Umgebung ermöglichen werden. Robert Trappl vom Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence beschrieb in dieser Woche im Rahmen einer Buchpräsentation in Wien eine nahe Zukunft, in leistungsfähige elektronische Helfer Senioren buchstäblich unter die Arme greifen werden.

Trappl hat gemeinsam mit internationalen Experten in dem Buch "Your Virtual Butler. The Making-of" wissenschaftlich erörtert, welche Hürden und Herausforderungen auf die Entwickler von dienbaren Robotern und Computerprogrammen warten, und wie sie möglicherweise gelöst werden können. "Ich denke, dass virtuelle Butler recht bald das Leben von älteren Menschen unterstützen werden", erklärte Trappl. Möglicherweise seien solche virtuellen Helfer am Anfang keine leibhaftigen Roboter, sondern komplexe Computerprogramme, die etwa kontrollieren, ob ihre Herrschaften alle ihre Medikamente eingenommen haben, ihnen im Alltag Empfehlungen geben und die Kommunikation mit der Außenwelt erleichtern.

Fortschritte bei der Emotionserkennung

Eine große Herausforderung sei es, den virtuellen Butlern Empathie beizubringen, damit sie erkennen können, in welcher Laune ihre Herrschaften gerade sind, und so adäquat auf ihre Wünsche eingehen können. In der Emotionserkennung gab es in jüngster Zeit große Fortschritte, so Trappl, bei fast jeder Kamera könne man heutzutage einstellen, dass sie nur auslöst, wenn alle Personen, die man anvisiert, gerade lächeln. "Dazu muss das Programm die Menschen erkennen und ihren Gesichtsausdruck deuten", erklärte der Experte.

Ein weiterer Schritt vom schlichten Staubsaugerautomaten zu intelligenten Dienern wäre es, "wenn sich die künstlichen Butler ein Bild von den Bedürfnissen, Interessen und Wünschen ihrer Herrschaften machen können, also ein Modell ihrer Persönlichkeit", so Trappl. "Dann könnte nicht nur das Leben älterer Menschen, sondern unser aller Leben und das zukünftiger Generationen erleichtert werden", meint er. (APA/red, derStandard.at, 18.08.2013)


Buchtipp

Robert Trappl (Hsg.) "Your Virtual Butler. The Making-of"
Springer Verlag; 187 Seiten; 50,60 Euro
ISBN: 978-3-642-37345-9

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    cover: springer verlag
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