Männergeschichte im Arte-August: Und jetzt zu den Frauen

12. August 2013, 17:08
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"Blicke hinter die Fassaden mächtiger Männer" beim Kultursender Arte

"Blicke hinter die Fassaden mächtiger Männer" beim Kultursender Arte, jeden Dienstagabend im August. Alle vier Dokumentationen waren zwar schon einmal zu sehen, was einen Hinweis auf der aktuellen Arte-Website wert wäre. Aber das Recycling spannender Dokumentationen ist trotzdem gut. Es geht um vier Symbolfiguren des 20. Jahrhunderts aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA: Paul von Hindenburg, Charles de Gaulle, Winston Churchill und Joe McCarthy.

Wir erfahren, wie sich Hindenburg 1914 als 66-jähriger Pensionist aufdrängte, um beim Kriegführen mitmachen zu können, wie er zum Polit-Popstar wurde und als solcher irrigerweise glaubte, er könnte Hitler zähmen. Weiters lernen wir persönliche und strategische Schwächen von de Gaulle und Churchill kennen und einen "Senator, der mit allen Mitteln seine Macht ausbaute und sich schließlich zu Tode trank": den Paranoiker McCarthy.

Vier kritische Berichte über mächtige Männer, gedreht von vier Männern: Christoph Weinert, Patrick Jeudi, Peter Bardehle und Lutz Hachmeister. Beste Qualität. Fein, jetzt stellt sich allerdings die Frage, ob es nicht interessant wäre zu erleben, wie Hindenburg und Co aus weiblichen Perspektiven aussehen. Und warum es nicht auch "Blicke hinter die Fassaden mächtiger Frauen" gibt.

Was ist mit Namen wie Golda Meir, Margaret Thatcher, Indira Gandhi oder Benazir Bhutto? Über Bhutto hat Patrick Selkirk bereits 2005 ein Porträt gedreht, und Alan Gibsons TV-Zweiteiler "A Woman Called Golda" ist zwar schon 31 Jahre alt, aber immer noch zeigbar. Auch über Gandhi und Thatcher gibt es Dokumentationen. Also bitte aufwachen, Arte. (Helmut Ploebst, DER STANDARD, 13.8.2013)

  • Reichspräsident Hindenburg bei seinem Besuch in Leipzig 1926.
    foto: ndr / © bundesarchiv

    Reichspräsident Hindenburg bei seinem Besuch in Leipzig 1926.

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