Achterbahnen suchen im Derby die Gerade

9. August 2013, 16:29
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Sowohl die Austria als auch Rapid lieferten bisher unterschiedliche Ergebnisse und Leistungen. Bjelica: "Wenn man diese Woche sieht, sind wir der Underdog"

Nach holprigem Saisonstart hofft die Austria im großen Wiener Derby gegen Rapid weiter auf den Formanstieg. Beim Auftritt in der Champions-League-Qualifikation in Hafnarfjördur bekleckte sich der österreichische Fußball-Meister alles andere als mit Ruhm. Gegen den aktuell wieder vor Selbstvertrauen strotzenden Erzrivalen will die Austria am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins) wieder ihre bessere Seite zeigen.

"Wir wollen uns wieder so präsentieren wie gegen Ried und die Leistung vom Mittwoch verbessern. Aber das wird nicht schwer", erkannte Trainer Nenad Bjelica vor dem 306. Prestigeduell mit den Hütteldorfern. Diese liegen mit sieben Zählern aus drei Runden aktuell auf Rang drei, die Austria ist mit nur vier Punkten Sechster. Gegen den Stadtrivalen sind die Violetten aber seit neun Partien unbesiegt, außerdem gewannen sie im Westen Wiens seit der bis dato letzten Pleite Mitte März 2010 (0:2) viermal in Folge.

Violette Achterbahn

Dem Saison-Auftakterfolg gegen die Admira folgten jedoch die schwere Schlappe in Salzburg sowie zuletzt ein unglückliches 3:3 gegen Ried. Der dort festgestellte Aufwärtstrend wurde durch die Leistung auf Island wieder völlig untergraben. Rapid feierte indes den Aufstieg ins Europa-League-Play-off durch einen 3:1-Erfolg über Asteras Tripolis. "Wenn man die Leistungen dieser Woche sieht, sind wir der Underdog", übte sich Bjelica im Sarkasmus.

Im Vorjahr trafen die beiden Rivalen bereits in der 3. Runde aufeinander. Die Austria siegte damals im Hanappi-Stadion mit 3:0 und legte danach noch fünf Siege drauf. Ein Grundstein zur späteren Meisterschaft, die die Favoritner schließlich mit 25 Zählern Vorsprung auf die Grünweißen auf Platz eins beendeten. Bjelica blieb indes als WAC-Coach gegen Rapid ungeschlagen. Drei Siege und ein Remis holten die Kärntner gegen die Wiener.

In die Vergangenheit wollte Bjelica dennoch nicht blicken. "Wir hatten ein Konzept. Ich hoffe, dass wir das auch heuer umsetzen können", meinte er. Personell kann der Stöger-Nachfolger aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den im Aufbautraining befindlichen Tomas Simkovic sind alle Mann fit. Auch Alexander Gorgon sollte seine Oberschenkelblessur überwunden haben.

Grün-weiße Achterbahn

In Hütteldorf kann man unterdessen wieder lachen. Der Verlauf der bisherigen Saison war ein Musterbeispiel dafür, wie schnell sich die Stimmung rund um Rapid drehen kann. Nach dem 3:1-Heimsieg gegen Asteras Tripolis am Donnerstag und dem damit verbundenen Aufstieg ins Europa-League-Play-off herrscht in Wien-Hütteldorf Euphorie wie schon lange nicht - dabei hatte die Lage nach dem Cup-Aus gegen den LASK Mitte Juli noch ganz anders ausgesehen.

Trainer Zoran Barisic war aber schon damals von den Qualitäten seiner Truppe überzeugt. "Wir hatten innerhalb der Mannschaft immer eine gute Stimmung, auch nach dem LASK-Match. Wir haben uns nie beunruhigen lassen und sind unseren Weg weitergegangen", erklärte der Wiener. Der Lohn dafür sind vorerst Bundesliga-Platz drei - punktegleich mit Spitzenreiter Salzburg - und das Europa-League-Play-off. "Aber wir haben noch gar nichts erreicht und bleiben bescheiden", betonte Barisic.

"Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für dieses Spiel als jetzt. Es wird Zeit für mein erstes Derby-Tor", erklärte Stürmer Terence Boyd. Auch Schaub ("Wir haben jetzt viel Rückenwind fürs Derby") und Christopher Trimmel ("Wir werden es der Austria nicht leicht machen") war die Vorfreude auf das Duell mit dem Erzrivalen anzumerken. Letzterer hatte mit einem missglückten Abschlag das Gegentor gegen Asteras verschuldet. "Doch Gott sei Dank ist es bei uns so, dass wir weiterkämpfen, wenn jemand einen Fehler macht", sagte der Burgenländer.

In der allgemeinen Hochstimmung trat nur Sportdirektor Helmut Schulte als Mahner auf. "Das Pendel hätte auch diesmal in eine andere Richtung ausschlagen können. Bei 2:1 hat Asteras schon Druck aufgebaut", betonte der Deutsche. (APA/red; 09.08.2013)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SK Rapid Wien - FK Austria Wien (Sonntag, 16.30 Uhr/live ORF eins, Wien, Hanappi-Stadion, SR Lechner). Saisonergebnisse 2012/13: 0:3 (h), 0:2 (a), 1:2 (h), 2:2 (a)

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Pichler, Schrammel - Petsos, Boskovic - S. Hofmann - Schaub, Boyd, Burgstaller

Ersatz: Radlinger - Behrendt, Grozurek, Pavelic, Denner, Palla

Fraglich: Sabitzer (angeschlagen), Dibon (im Aufbautraining)

Es fehlen: M. Hofmann (gesperrt), Wydra (Bänderriss im Knie), Schimpelsberger, Alar (beide Achillessehnenriss), Starkl (Knöchelbruch)

Austria: Lindner - Koch, Rotpuller, Ortlechner, Suttner - Holland - Gorgon, Mader, A. Grünwald, Jun - Hosiner/Okotie

Ersatz: Kardum - Dilaver, Rogulj, Leovac, Royer, Vrsic, Stankovic, Murg, Kienast

Es fehlt: Simkovic (im Aufbau nach Wadenbeinbruch)

  • Zerren um die Konstanz.
    foto: oczeret

    Zerren um die Konstanz.

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