Melonen können krankmachende Keime übertragen

9. August 2013, 13:34
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Beim Aufschneiden gelangen Keime von der Schale auf das Fruchtfleisch - Geteilte Früchte kühl aufbewahren oder rasch verzehren

Das süße, saftige und weiche Fruchtfleisch macht Melonen zu einer beliebten Obstsorte. Gerade im Sommer werden die erfrischenden Früchte besonders gerne und viel verzehrt. Werden Melonen bei der Produktion, beim Transport oder bei der Lagerung mit Krankheitserregern verunreinigt, dann können diese bei der Zubereitung unter Umständen auf das Fruchtfleisch gelangen.

"Salmonellen, Listerien oder EHEC können sich auf dem säurearmen Fruchtfleisch von Melonen relativ schnell vermehren", sagt  Andreas Hensel, Präsident des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Zum Schutz vor Infektionen empfiehlt er Verbrauchern vorgeschnittene Melonen deshalb rasch verzehren oder kühlen." Melonenstücke, die mehrere Stunden ungekühlt gelagert wurden, sollten vorsichtshalber entsorgt werden. Generell rät das BfR, bei der Zubereitung und Aufbewahrung von Melonen die Regeln der Küchenhygiene zu beachten. Schwangere, Kleinkinder, alte und chronisch kranke Menschen sollten auf den Verzehr aufgeschnittener Melonen, die über mehrere Stunden hinweg bei Raumtemperatur gelagert wurden, vorsorglich verzichten.

Im Handel sind Melonen entweder als ganze Frucht oder als Teilfrucht (halbe oder Viertelmelonen) erhältlich. Beliebt sind auch vorgeschnittene Melonen, die - teilweise vermischt mit anderen Obstsorten - verzehrsfertig verkauft werden. Insbesondere an der rauen Oberfläche sogenannter "Netzmelonen", wie z.B. der Sorte Cantaloupe (Zuckermelone, Anm.Red.), können Mikroorganismen leicht anhaften. Gelangen krankmachende Bakterien auf das säurearme Fruchtfleisch, können sie sich bei ungekühlter Lagerung bereits nach wenigen Stunden vermehren und somit unter Umständen zu einer ernstzunehmenden Gesundheitsgefahr werden. Der Verzehr von Melonen zieht vor allem Infektionen durch Salmonellen, Listerien und EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) nach sich.

Direkte oder indirekte Verunreinigung

Verunreinigte Cantaloupe-Melonen haben im Jahr 2011 in den USA bei mindestens 147 Menschen zu einer Listeria-monocytogenes-Infektion geführt. 33 Menschen sind in weiterer Folge daran gestorben. Die Keime waren beim Öffnen der Schale auf das Fruchtfleisch gelangt. In Deutschland, dem Vereinigten Königreich und in Irland löste der Verzehr von importierten Wassermelonen Ende 2011 einen Salmonellen-Ausbruch aus.

Werden Melonen aufgeschnitten, können Bakterien von der Schale, oder indirekt über Hände oder verunreinigte Küchengeräte (Messer, Bretter) auf das Fruchtfleisch gelangen. Um das Risiko einer Lebensmittelinfektion zu minimieren, empfehlen Experten vor dem Aufschneiden von Melonen Hände zu waschen, und mit sauberen Messern und Schneidbrettern zu hantieren.

Dem Lebensmitteleinzelhandel, Gastronomiebetrieben und Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen empfiehlt das BfR, Melonen nur in den Mengen aufzuschneiden, die innerhalb von etwa zwei Stunden an die Kundschaft abgegeben werden können.

Der Verbraucher selbst sollte Teilstücke von Melonen abgedeckt im Kühlschrank lagern, falls sie nicht zügig verzehrt werden können. Insbesondere Schwangere und Personen mit reduzierter Immunabwehr sollten dann generell auf den Konsum verzichten. (red, derStandard.at, 9.8.2013)

  • Die glatte Oberfläche der Wassermelone kann der Verbraucher vor dem Aufschneiden reinigen.

    Die glatte Oberfläche der Wassermelone kann der Verbraucher vor dem Aufschneiden reinigen.

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