Der direkte Weg in Gänsehäufel

9. August 2013, 11:30
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Ein Schild verweist auf die Direttissima in das Wiener Bad – durchs Wasser

Mit einer Saison- oder Dauerkarte dürfte die Sache eigentlich kein Problem sein. Schließlich kann man die ja auch innerhalb des Gänsehäufels einer befugten Kontrollperson - sprich: dem Bademeister - vorweisen. Ob und wie oft dies allerdings bisher vorkam, ist unklar: In der Gästestatistik des Gänsehäufels tauchen nur jene Besucher auf, die am regulären (Land-)Weg das legendär Strandbad an der Alten Donau betreten. Und zu den Kassen des Gänsehäufels ist es von dem kleinen, öffentlichen Gratis- (und Kiesel)strand an der Südost-Seite der Unteren Alten Donau (nahe dem Gasthaus "Selbstverständlich") deutlich weiter als die auf einem Schild ausgewiesenen 320 Meter. Logisch: Am Landweg muss man die halbe Untere Alte Donau umrunden - während 320 Meter eben die Diritissima sind. Übers - oder durchs - Wasser nämlich.

Wiener Bäderverwaltung weiß von nichts

Wer das Schild hier wann und warum montiert hat, weiß man bei MA44, der Wiener Bäderverwaltung nicht. "Wir waren es sicher nicht, das muss ein Jux sein", schmunzelt Bädersprecher Martin Kotinsky. Offiziell, betont er, sei der Zutritt "logischerweise nur über die Bäderkasse" gestattet - aber "natürlich kommt es vor, dass Menschen den Wasserweg wählen." Konsequenzen, so Kotinsy, habe das für "Schwarzbader" keine: "Sollen wir einen, der ohne Handtuch, Geld und Ausweis in der Badehose dasteht, polizeilich behandeln lassen - nur weil der eventuell ins Wellenbecken hüpfen könnte?"

Eines geschähe "unter Garantie nicht: Wir schicken niemanden zurück, der grad 300 Meter geschwommen ist - das ist für die meisten Leute nämlich schon eine wirklich große Distanz." (rott, DER STANDARD, 9.8.2013)

  • Auch die Wiener Bäderverwaltung rätselt, wer das Schild montiert hat. Aber wer durchs Wasser aufs Gänsehäufel kommt, wird nicht der Polizei vorgeführt, so der Bädersprecher.
    foto: thomas rottenberg

    Auch die Wiener Bäderverwaltung rätselt, wer das Schild montiert hat. Aber wer durchs Wasser aufs Gänsehäufel kommt, wird nicht der Polizei vorgeführt, so der Bädersprecher.

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