Zeitungsverleger wünschen sich nach Wahl "Internet-Minister"

Ansichtssache9. August 2013, 11:22
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Wien - Der Verband Österreichischer Zeitungen fordert auch hierzulande einen "Internet-Minister", die nächste Bundesregierung soll diesen Vorschlag aus Deutschland aufgreifen.

"Mit der Digitalisierung befinden sich wesentliche Teile der Wirtschaft in einem fundamentalen Umwälzungsprozess. Davon ist keineswegs nur die Medienbranche betroffen, sondern zahlreiche Sektoren des Wirtschaftslebens, die in Österreich für Arbeitsplätze und Steueraufkommen sorgen. Wenn wir so wie bisher weiter machen, werden die großen Gewinner der Digitalisierung nicht in Österreich und Europa sondern im Silicon Valley oder in Asien ihren Sitz haben. Die kommende Bundesregierung muss der digitalen Entwicklung der Wirtschaft mehr Bedeutung beimessen und diese aktiv begleiten", sagt VÖZ-Präsident Thomas Kralinger.

Dieses Amt könne "Impulse für zahlreiche Querschnittsmaterien, die Medien, Informationsgesellschaft und digitale Wirtschaft betreffen, setzen".

Hanusch: Presseförderung ist Refundierung bereits geleisteter Abgaben

Board-Werbemarkt-Vorsitzender Helmut Hanusch nimmt Bezug auf die Presseförderung: "Im vergangenen Jahr nahm der Fiskus 110 Millionen Euro durch die Werbeabgabe ein, davon stammt circa die Hälfte von Zeitungen und Magazinen. Eine Aufstockung der Presseförderung auf 50 Millionen  Euro wäre somit kein Almosen für eine notleidende Branche, sondern eine Refundierung bereits geleisteter Abgaben und eine sinnvolle Investition in den Medienstandort, unsere Demokratie und damit in unsere Zukunft."

Kampagne "Steigern Sie den Wert Ihrer Meinung."

Gemeinsam mit Demner, Merlicek & Bergmann setzt der VÖZ die Kampagne "Steigern Sie den Wert Ihrer Meinung. Mit jeder Zeitung und jedem Magazin mehr." fort. Mitte August startet die VÖZ-Gemeinschaftskampagne. Anknüpfend an die erste Kampagnenwelle werden über den Sommer drei ausgewählte Sujets aus dem Vorjahr geschalten.

Neues Sujets folgen Anfang September

Anfang September folgen neue Sujets, die "die demokratiepolitische Funktion der VÖZ-Mitgliedsmedien in den Mittelpunkt stellen", heißt es in einer Aussendung. "Zeitungen und Magazine können mehr als nur die schnelle Nachricht zu liefern. Sie ziehen eine Ebene der Reflexion in den politischen Diskurs ein, die mündigen Bürgern hilft, sich eine Meinung zu bilden. Gerade in Wahlzeiten ist diese Funktion der Zeitungen und Magazine für die Demokratie von besonderer Bedeutung. Darauf wollen wir hinweisen", sagt Harald Knabl, Vorsitzender des Boards Lesermarktes im VÖZ.

Neue Kampagne während Wahlkampfes

Der Verband habe sich bewusst dazu entschieden, die Kampagne während des Nationalratswahlkampfes zu starten. "In dieser Legislaturperiode sind einige medienpolitische Vorhaben, die wir als essentiell für die Weiterentwicklung des Medienstandortes ansehen, auf der Strecke geblieben. Daher setzen wir große Hoffnungen in die kommende Gesetzgebungsperiode und nutzen die Inseratenkampagne, um unsere Forderung nach einer Neuordnung und Aufstockung der Presseförderung sowie einer Reform des Urheberrechts der Politik mit Nachdruck in Erinnerung zu rufen", so Kralinger. (red, derStandard.at, 9.8.2013)

foto: vöz/dmb
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