Linzer Donaubrücke nicht mehr unter Denkmalschutz

8. August 2013, 18:18
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Weg frei für Abriss des 113 Jahre alten Bauwerks

Linz – Die "alte Dame" der Linzer ist 113 Jahre alt und damit nicht mehr rüstig, sondern rostig. Verantwortlich dafür ist das Salz, das im Winter auf die Fahrbahn der Donaubrücke in Linz gestreut wird. Das Wahrzeichen, eine genietete Eisenbrücke erbaut von Hofschlosser Anton Biro, ist so renovierungsbedürftig, dass der Besitzer, die ÖBB, die einstige Eisenbahnbrücke schleifen will. Das Bundesdenkmalamt hat überraschend den Weg dafür freigemacht und sie aus dem Denkmalschutz entlassen.

Das Denkmalamt begründet seinen Vorentscheid – ÖBB, Land und Stadt können in zwei Wochen eine Stellungnahme abgeben – mit den zu erwartenden außergewöhnlich hohen Kosten von 40 Millionen Euro für eine Sanierung. Vizebürgermeister Klaus Luger (SP) zeigte sich über eine nun mögliche Abrisserlaubnis erleichtert, das ermögliche eine "zukunftstaugliche Verkehrslösung". Er wolle sofort die Schritte zur Einleitung eines Wettbewerbs für den Neubau setzen. VP-Klub­obmann Bernhard Baier läuft dagegen Sturm: "Da wollen sich offenkundig maßgebliche Kräfte im SPÖ-regierten Kultusministerium über die Experten-Ratschläge zum Erhalt der historischen Brücke hinwegsetzen. Dies riecht ganz stark nach einer parteipolitischen Weichenstellung." (ker/DER STANDARD, 9.8.2013)

  • Die erwarteten "außergewöhnlich hohen Kosten" von 40 Mio. Euro für eine Renovierung der Donau­brücke sind für das Denkmalamt Grund genug, das Bauwerk aus dem Denkmalschutz zu entlassen. 
    foto: der standard/rubra

    Die erwarteten "außergewöhnlich hohen Kosten" von 40 Mio. Euro für eine Renovierung der Donau­brücke sind für das Denkmalamt Grund genug, das Bauwerk aus dem Denkmalschutz zu entlassen. 

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