Neue Webserien auf Arte: Reisen ins Paralleluniversum

Ansichtssache8. August 2013, 17:48
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Dokureihe "Wo das Internet lebt" und Kunstprojekt "Odysseia" von Antoine D 'Agata.

foto: antoine d'agata / galerie les filles du calvaire / magnum photos

Wien - "Die Leichen von fünfzehn Flüchtlingen aus Afrika, darunter neun Kinder, alle verhungert, in Almería gefunden. Drei Frauen aus Afrika ertranken, als ein Schiff vor der Küste Maltas kenterte. Neun Männer, vier Frauen und ein Kind aus Afrika ertranken, als ein Schiff vor Motril sank. Die Leiche eines verhungerten Mannes, dreißig Jahre alt, aus dem Irak, gefunden in einem Lkw, in dem er sich versteckt hatte. Auf einer griechischen Fähre zwischen Patras und Venedig ertranken siebenunddreißig Flüchtlinge aus Westafrika, als ihr Schiff vor Libreville sank."

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der schriftlichen Protokolle von Antoine d'Agata. Seit 2011 begleitet der französische Fotograf im Dienste der berühmten Agentur Magnum Migranten, die versuchen, in ein EU-Land zu gelangen. 

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foto: antoine d'agata / galerie les filles du calvaire / magnum photos

Für das Kunstprojekt Odysseia hat d'Agata an neuralgischen Punkten zwei Wochen die Abschnitte von fünf Lebenswegen in Bild und Ton festgehalten.

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foto: antoine d'agata / galerie les filles du calvaire / magnum photos

Odysseia ist von 9. August bis 23. September im Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeeres in Marseille zu sehen. Im Web lässt sich das Ergebnis auf Arte Creative, der Kreativschmiede des Kultursenders verfolgen.

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foto: antoine d'agata / galerie les filles du calvaire / magnum photos

Auf arte.tv/dagata sind Bilder, Texte und Filme abrufbar, so dass die Ausstellung zur virtuellen Installation wird.

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foto: arte

In den Bunker

Eine weitere Webserie befasst sich ab Freitag, mit den Funktionsprozessen des Internets: Eineinhalb Stunden verbringen Österreicherinnen und Österreicher täglich im Netz. Wie das Werkl wirklich funktioniert, wissen die wenigsten. Einen Blick ins Innere des Bergwerks wirft ab Freitag auf Arte die Webserie Wo das Internet lebt auf future.arte.tv/de. Moritz Metz (Bild) reist an zentrale Kreuzungspunkte des Datenhighways: Nach Kalifornien, ins Geburtsland des Internets, nach Gibraltar, in einen Bunker, der Glücksspielserver beherbergt, und nach Frankfurt am Main, wo sich der größte Internetknotenpunkt der Welt befindet.

Im Medienmagazin Breitband im Deutschlandradio Kultur sind Metz' Entdeckungen an den nächsten beiden Samstagen, jeweils um 14.05 Uhr als Livestream nachzuhören. Im Web ist "Wo das Internet lebt" in Form wöchentlicher Multimedia-Slides zu sehen. (Doris Priesching, DER STANDARD, 9.8.2013)

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