Glückliche Verbindung

Ansichtssache8. August 2013, 17:05
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In den Katalogen bekannter Möbelmarken fällt immer stärker der Trend zur Kombination von Kunststoff und Holz bei Sesseln auf. Der Materialmix erinnert ein wenig an die Ästhetik der 1950er-Jahre, die technische Umsetzung entspricht freilich neuesten Erkenntnissen.

Ein frühes Vorbild dieser Hybridsessel ist der "Eames Plastic Armchair" nach dem Entwurf von Ray und Charles Eames, der ab 1950 von der Möbelfirma Herman Miller produziert wurde. Seine organisch geformte Sitzschale machte erst der Einsatz glasfaserverstärkten Polyesters möglich, das Gestell bestand im Gegensatz dazu aus dem Werkstoff Holz. Hervorgegangen ist der Eames Plastic Chair aus einem Wettbewerb des New Yorker Museums für Moderne Kunst, bei dem es um preiswerte Möbelgestaltung ging. Eine Neuauflage des ersten industriell gefertigten Kunststoffsessels wird heute von Vitra in einer zeitgemäßen Version aus durchgefärbtem Polypropylen hergestellt.

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foto: hersteller

 

Kitt von Stephan Diez

Um den Entwurf einer preisgünstigen und dabei innovativen Sesselfamilie ging es dem international umtriebigen Münchner Designer Stephan Diez. Sein neuer Sessel Kitt wird vom dänischen Hersteller Hay in Einzelteile zerlegt, direkt an die Kunden verschickt, in einem Paket, das nur etwas größer ist als ein Pizzakarton. Kitt basiert auf einem Rahmen aus Polyamid, in den die hölzerne Sitzfläche eingelegt wird. Ein U-förmiges Kunststoffelement verbindet Hinterbeine und Rückenlehne aus Esche und Sperrholz federnd miteinander. Den Sessel gibt es auch in einer Version ganz aus Plastik. www.hay.dk

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