Stärkere Ragweed-Saison befürchtet

7. August 2013, 15:16
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Der Österreichische Pollenwarndienst rechnet damit, dass das hochallergene Unkraut "Ragweed" dieses Jahr stärker und länger blühen wird

Wien - "Beifuß und Ragweed haben demnächst Hochsaison. Sie sind die letzten Pflanzen, deren Blüte Pollenallergikern heuer noch zu schaffen machen", heißt es von Seiten des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien. Der Pollenflug der Wildkraut- und Gewürzpflanze Beifuß dürfte Mitte August ihre höchsten Werte erreichen und voraussichtlich bis in den September reichen. "Die Beifußsaison unterliegt allerdings kaum Schwankungen und wird damit vergleichbar mit dem Vorjahr sein", sagt Uwe Berger von der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation.

Anders ist das bei der ursprünglich aus den Vereinigten Staaten eingeschleppten und sehr widerstandsfähigen Unkrautpflanze Ragweed (Ambrosia oder Traubenkraut), deren Blühintensität nicht nur von der Temperatur, sondern besonders auch von der Regenmenge beeinflusst wird. "Da der Juni in manchen Gebieten Österreichs stärkere Niederschläge als durchschnittlich brachte, werden heuer im nördlichen Burgenland und Niederösterreich mehr Ragweedpollen in der Luft sein", lautet die Prognose des Experten von der MedUni Wien.

Erste Belastungen sind ab Mitte August im Osten, Süden und Norden Österreichs zu erwarten. Die Saison wird je nach Wetterlage bis in den Oktober hinein dauern, mit ihrem Höhepunkt Ende August. "Unsere wissenschaftlichen Analysen zeigen einen eindeutigen Trend zur Verlängerung der Saison. Unter den richtigen Wetterbedingungen muss auch heuer wieder mit einer um zwei bis drei Tage längeren Belastung gerechnet werden", so Berger.

Belastung nicht nur von Pollenmenge abhängig

Bisher ging man davon aus, dass Allergiker umso stärker leiden, je mehr Pollen in der Luft sind. "Aktuelle Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die empfundene Belastung nicht allein von der Pollenmenge abhängt. Einen viel größeren Einfluss als bisher angenommen hat auch der Verlauf der Saison. "Beginnt die Saison sehr plötzlich oder steigt die Pollenmenge in der Luft immer wieder sprunghaft an, leiden Allergiker bedeutend mehr als bei einem langsam ansteigenden Pollenflug - auch wenn die Saison insgesamt eine überdurchschnittlich hohe Pollenkonzentration aufweist", erklärt Uwe Berger.

Dieses Phänomen sei in diesem Frühjahr besonders während der Birkensaison zu beobachten gewesen. Der Pollenflug startete explosionsartig und Allergiker reagierten mit besonders massiven Beschwerden, obwohl die Pollenmenge eher gering war. (APA/red, derStandard.at, 7.8.2013)

  • "Da der Juni in manchen Gebieten Österreichs stärkere Niederschläge als durchschnittlich brachte, werden heuer im nördlichen Burgenland und Niederösterreich mehr Ragweedpollen in der Luft sein", meint Uwe Berger von der MedUni Wien.
    foto: ap/eddy risch

    "Da der Juni in manchen Gebieten Österreichs stärkere Niederschläge als durchschnittlich brachte, werden heuer im nördlichen Burgenland und Niederösterreich mehr Ragweedpollen in der Luft sein", meint Uwe Berger von der MedUni Wien.

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