NR-Wahl: Puls 4 holt Peter Rabl an Bord

7. August 2013, 12:43
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Ehemaliger "Kurier"-Chef und "Club 2"-Moderator wird gemeinsam mit Corinna Milborn und Thomas Mohr Wahlsendungen moderieren - Rabl: "Fürchten muss sich niemand"

Wien - Puls 4 holt sich für die Wahlberichterstattung ein Journalisten-Urgestein an Bord: Peter Rabl, der für seine Politiker-Interviews im ORF legendär wurde, wird ab August die Spitzenkandidaten im Privatfernsehen in die verbale Zange nehmen. Das Kanzlerduell am 26. August moderiert er gemeinsam mit Puls 4-Infochefin Corinna Milborn, die danach in Mutterschutz geht. Bei den übrigen Terminen stehen ihm Thomas Mohr aber auch Gundula Geiginger und Isabella Richtar zur Seite.

"Zeit im Bild"-Legende Robert Hochner hatte einst über Rabl gesagt, dass für ihn ein Politikerinterview nur dann gut sei, "wenn das Blut des betreffenden Politikers am Schluss der Sendung langsam über den Studioboden und die Außenwand des Haas-Hauses herunter rinnt". Rabl selbst sieht das entspannter: "Fürchten muss sich niemand!", sagte er am Mittwoch.

Kritisch nachfragen

Es gebe keinen Anlass, ein Interview etwa so "intensiv" anzulegen, wie seiner Zeit das Gespräch mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Kurt Waldheim über dessen Kriegsvergangenheit, das Ende der 1980er Jahre für heftige Kontroversen sorgte. Rabl und sein Co-Interviewer Hans Benedict wurden für ihre provokant-kritische Frageweise zunächst von der Rundfunkkommission wegen "Verletzung des Objektivitätsgebots" verurteilt. Vom Verfassungsgerichtshof wurde diese Verurteilung allerdings in einem Grundsatzerkenntnis später aufgehoben. "Kritisch nachfragen" werde er allerdings schon, versprach Rabl.

Mehr Gestaltungsfreiheit im Privat-TV

Er freue sich sehr auf seine neue Aufgabe im Privatfernsehen, wo im Vergleich zum ORF wesentlich mehr Lockerheit und absolute Gestaltungsfreiheit herrsche. Die Vorbereitung auf die Interviews werde im Team stattfinden, wobei sich der frühere "Kurier"-Chefredakteur freilich auch in Eigenregie für die Gespräche rüstet. Thema soll weniger das allgemeine Parteien-Hickhack sein, vielmehr wollen die Moderatoren Antworten auf drängende Fragen finden. Hierzu haben sie bei den Einzel-Interviews, die in Form einer Wahlarena stattfinden, ein etwa 100 Personen starkes Publikum zur Verfügung, das ebenfalls kritische Fragen stellen wird. "Corinna Milborn, Thomas Mohr und ich werden hier sicher in einer Doppelrolle als Moderatoren und Interviewer auftreten", so Rabl.

Interview in Badehose

Der 1948 in Bruck an der Mur in der Steiermark geborene Rabl begann seine Karriere 1971 im Print-Journalismus und war danach jahrelang im ORF als Chef und Präsentator der Fernsehmagazine "Politik am Freitag" und "Inlandsreport" tätig. Er entwickelte die ORF-Sommergespräche mit und ist bis heute auch für ein Interview in Badehose mit dem damaligen FPÖ-Chef Norbert Steger in Erinnerung.

"profil, "Kurier", "Club 2"

Vom ORF zog es Rabl wieder in den Printjournalismus. Von 1988 bis 1991 war er Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "profil". 1993 erreichte Rabl schließlich der Ruf an die redaktionelle Spitze des "Kurier", wo er zum Herausgeber, Chefredakteur und Geschäftsführer aufstieg. 2005 nahm er seinen Hut als Herausgeber und Chefredakteur, blieb dem "Sonntags-Kurier" aber bis Juni diesen Jahres noch als regelmäßiger Hauptkommentator treu. Von 1995 bis 1997 betreute er außerdem die ORF-TV-Sendung "Zur Sache". Von 2009 bis 2012 war er im Moderatoren-Team des neuen Club 2 bis zu dessen Einstellung 2012. Erst kürzlich startete Rabl seinen Blog derRabl.at. (APA, 7.8.2013)

  • Peter Rabl, Corinna Milborn und Thomas Mohr.
    foto: puls 4/gerry frank

    Peter Rabl, Corinna Milborn und Thomas Mohr.

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