Russland: Pussy-Riot-Sympathisant ermordet

6. August 2013, 14:14
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"Der letzte freie Priester des Moskauer Patriarchats wurde getötet", schreibt ein Blogger

St. Petersburg - In Russland ist ein regierungskritischer orthodoxer Priester, der sich auch für die feministische Punkband Pussy Riot eingesetzt hatte, ermordet worden. Wie die Polizei der westlichen Stadt Pskow nahe der Grenze zum Baltikum am Dienstag mitteilte, wurde die Leiche des 75-jährigen Pawel Adelgeim am Abend zuvor mit Stichwunden nahe einer Kirche gefunden. Den ErmittlerInnen zufolge ist ein junger Mann mit psychischen Problemen tatverdächtig, der drei Tage lang bei dem Priester gewohnt hatte.

Der tatverdächtige Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, nachdem er sich bei seiner Festnahme selbst mit dem Messer verletzt hatte. Die Polizei brachte die kritischen Äußerungen des Priesters aus der Vergangenheit nicht mit dem Mord in Verbindung, sein Tod löste aber Empörung aus. "Der letzte freie Priester des Moskauer Patriarchats wurde getötet", schrieb der bekannte Blogger und Erzdiakon Andrej Kurajew.

Mehrere Jahre Straflager

Der ermordete Priester Adelgeim hatte wiederholt Kritik am Verhältnis zwischen der Kirche und dem russischen Staat geübt. Er war außerdem einer der UnterzeichnerInnen eines Schreibens hunderter russischer Persönlichkeiten zur Unterstützung der inhaftierten Frauen der Punkband Pussy Riot. Die Musikgruppe hatte eine Protestaktion gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin in einer Kirche in Moskau aufgeführt. Zwei der Frauen wurden zu mehreren Jahren Straflager verurteilt. (APA, 06.08.2013)

  • Zentrum der Macht in Russland: Der rote Platz.
    foto: standard/andy urban

    Zentrum der Macht in Russland: Der rote Platz.

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