Erneute Gewaltdrohungen gegen Frauen auf Twitter

6. August 2013, 13:47
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Britische Polizei reagiert auf Bombendrohungen gegen Journalistinnen

Der Microblogging-Dienst Twitter hat vor kurzem angekündigt, es Usern einfacher zu machen, bedenkliche Inhalte zu melden. Ausgelöst wurde dies durch einen Fall, bei dem eine Frau auf Twitter Vergewaltigungsdrohungen bekommen hat, nachdem sie eine Kampagne für ein Frauenportrait auf der neuen 10-Pfund-Banknote initiiert hat.

Neue Welle an Drohungen

Wie "The Guardian" berichtet, gibt es nun neue Fälle von massiven Drohungen gegen Frauen. So haben zwei relativ bekannte Journalistinnen Bombendrohungen erhalten, nachdem sie die Banknoten-Initiatorin Caroline Criado-Perez öffentlich in Schutz genommen haben. India Knight und Laurie Penny waren aber nicht die einzigen: Auch andere Frauen, die sich gegen Gewalt in sozialen Netzwerken aussprechen, bekamen Bombendrohungen über den Microblogging-Dienst.

Ermittlungen laufen

Die britische Polizei hat sich in der Zwischenzeit eingeschaltet und ermittelt gegen die Absender der Botschaften. Laurie Penny wurde aufgrund der Drohungen geraten, die Nacht nicht zuhause zu verbringen – um auf Nummer sicher zu gehen. Sie zeigte sich dankbar, dass die Polizei den Fall annehme, betonte aber, dass Twitter hier deutlich schneller reagieren müsse.

Gewalt, Vergewaltigung, Tod

Nach den Bombendrohungen wurden die Frauen aber noch mit weiteren Gewalt-Tweets belästigt, unter anderem mit den Worten, es hätte sich bisher nur um einen "Testlauf" gehandelt. Auch Guardian-Autorin Hadley Freement und weitere Journalistinnen sind Opfer solcher Drohungen geworden. Den Frauen wird dabei mit Gewalt, Vergewaltigung und Tod gedroht.

"Nicht akzeptabel"

Twitters Großbritannien-Chef Tony Wang betonte am Montag erneut, solche Tweets seien "einfach nicht akzeptabel". Das Unternehmen hätte zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt, um gemeldete Tweets zu moderieren. Scotland Yard hat in der Zwischenzeit Ermittlungen laufen, unter anderem angeführt vom Kommando für organisierte Kriminalität. (red, derStandard.at, 6.8.2013)

  • Auf Twitter gibt es zunehmend Gewaltdrohungen gegen Frauen
    foto: twitter

    Auf Twitter gibt es zunehmend Gewaltdrohungen gegen Frauen

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