"Washington Post": Eine Zeitungsdynastie zieht sich zurück

Ansichtssache6. August 2013, 15:28
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Die Grahams trennen sich überraschend vom Traditionsblatt. Seit 1933 war die "Post" in Familienbesitz.

foto: reuters/gary cameron

"Grahams to sell The Post" läuft Montagabend, 5. August, über den Nachrichtenticker am Gebäude des Verlags in Washington. Die Ankündigung kam überraschend für Mitarbeiter und Branchenbeobachter.

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foto: ap/the washington post, marvin joseph

Donald Graham, CEO und Vorstandsmitglied der "Washington Post Company", in einer Ansprache an die Mitarbeiter im Newsroom der Zeitung: "Unser Unternehmen macht öffentlich, dass wir die 'Washington Post' an Jeff Bezos, den Gründer von Amazon, verkauft haben."

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Graham und Bezos sind einander keine Unbekannten. Bereits im Vorjahr trafen sich die beiden im Sun Valley Inn. Die Konferenz wird von Prominenz aus IT-Welt, Medien und Politik besucht. 

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Jeff Bezos gründete 1994 den Online-Einzelhändler Amazon. Die 250 Millionen Dollar, die er für die "Washington Post" zahlt, machen höchstens ein Prozent seines geschätzten Vermögens aus.

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Die Transaktion ist eine Zäsur in der Geschichte des Blatts. Die gedruckte "Post" mit dem Aufmacher in eigener Sache in einer Entnahmebox in Washington.

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Künftig dürfte die Zeitung stärker in Tablet-Computer "eingeboxt" werden. Gedruckte Tageszeitungen werden in 20 Jahren nicht mehr normal sein, sondern "Luxus-Artikel", sagte Bezos im Vorjahr der "Berliner Zeitung".

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Bezos übernimmt eine der renommiertesten Tageszeitungen weltweit. Die Arbeit ihrer Journalistinnen und Journalisten wird mit Pulitzer-Preisen anerkannt. Im Bild aus dem Jahr 2011 freuen sich die Fotografen Carol Guzy, Nikki Kahn und Ricky Carioti. Damals wurden ihre Fotos nach dem Erdbeben in Haiti ausgezeichnet.

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Legendär ihre Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein. Sie deckten 1972 den Watergate-Skandal auf, der zwei Jahre später schließlich zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon führte.

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Ein Polit-Drama das die USA nachhaltig prägte - und das mit Robert Redford und Dustin Hoffman auch verfilmt wurde: Eine Szene aus "All the President's Men" ("Die Unbestechlichen").

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Woodwards und Bernsteins Quelle war lange nur als "Deep Throat" bekannt. Erst 2005 enttarnte sich Mark Felt selbst. Der legendäre Whistleblower war damals stellvertretender FBI-Chef.

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Damals war Katharine Graham Verlegerin. Sie hielt ihren Schreibern den Rücken frei als das Blatt mit den Watergate-Recherchen und der Veröffentlichung der "Pentagon Papers" Geschichte schrieb. Das Bild aus dem Jahr 1966 zeigt sie mit Schriftsteller Truman Capote.

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foto: ap/the washington post, marvin joseph

Eugene Meyer (re.), im Bild mit Schwiegersohn Philip L. Graham, kaufte das Blatt 1933 bei einer Auktion. Seither war es in Familienbesitz. 2013 wechselt die "Post" nun wieder den Besitzer. Die journalistischen Werte bleiben unverändert, verspricht Bezos. "Die Zeitung hat gegenüber dem Leser eine Pflicht zu erfüllen, nicht gegenüber ihren Eigentümern." (sb/derStandard.at, 6.8.2013)

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