Keine Nachwuchssorgen im Speckgürtel

6. August 2013, 11:59
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27 Prozent der 18- bis 39-Jährigen wollen in einem "Dorf in der Nähe einer Stadt" wohnen - Jeder Zweite hält Eigentumspreise für zu hoch

Ein eigenes Haus in "dörflichem Ambiente", aber in der Nähe einer Stadt – so stellt sich eine relative Mehrheit der jungen Erwachsenen (18 bis 39 Jahre) hierzulande ihre Wohnzukunft vor. 27 Prozent gaben diese Wohnform bzw. Lage in einer Umfrage der Raiffeisen Bausparkasse als Wunsch an. Fast jeden Vierten zieht es hingegen in eine rein ländliche Umgebung, 21 Prozent wiederum präferieren die Großstadt - wobei auch hier die überwiegende Mehrheit nicht im Zentrum, sondern in Randgebieten wohnen möchte. 16 Prozent wollen in Städten mittlerer Größe und 13 Prozent in Kleinstädten wohnen.

"Der Trend zu den Speckgürteln wird weiter anhalten, Grenzen werden diesem Wunsch die verfügbaren Bodenressourcen und damit die Entwicklung der Preise setzen", prophezeit Bausparkassen-Generaldirektor Manfred Url.

Jeder Zweite wohnt im Dorf

Die Realität sieht derzeit so aus: Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) lebt in einem Dorf, 27 Prozent wohnen in einer Großstadt. 15 Prozent leben in einer Stadt mittlerer Größe, zwölf Prozent in einer Kleinstadt.

Nach Eigentümer-Verhältnissen betrachtet wohnt eine relative Mehrheit derzeit im eigenen Haus (44 Prozent), das in zwei Dritteln dieser Fälle freilich jenes der Eltern ist. Ein Viertel der 18- bis 39-Jährigen lebt in einer Mietwohnung, 13 Prozent in einer Genossenschaftswohnung, zehn Prozent in einer Eigentumswohnung, zwei Prozent in einem gemieteten Haus und fünf Prozent in einer sonstigen Wohnform wie etwa Studenten- oder Dienstwohnung.

Und es herrscht generell hohe Zufriedenheit mit dem Status quo: Acht von zehn Befragten sind sehr zufrieden (36 Prozent) bzw. zufrieden (43 Prozent). Lediglich ein Zehntel ist unzufrieden, das betrifft überwiegend die Mieterinnen und Mieter.

Investitionen geplant

Befragt wurden insgesamt 1.325 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 18 und 39 Jahren, diese Altersgruppe stelle nämlich eine "wichtige Zielgruppe für Bauinvestitionen dar", so Url weiter. Tatsächlich will auch mehr als ein Drittel der Befragten in den nächsten zwölf Monaten in die Wohnraumschaffung oder -sanierung investieren, die meisten (13 Prozent) in Verbesserungsmaßnahmen.

Zehn Prozent möchten eine Wohnung mieten, jeweils fünf Prozent gaben Hausbau/Hauskauf bzw. einen geplanten Umzug in eine Genossenschaftswohnung an. Drei Prozent beabsichtigen, einen Baugrund zu kaufen, zwei Prozent sparen auf eine Eigentumswohnung.

Die Hälfte will für diese Investitionen mehr als 100.000 Euro ausgeben. Und das Geld gilt als gut angelegt: 93 Prozent meinen, es sei klüger, in Eigentum zu investieren, als Miete zu zahlen. 88 Prozent sehen in Immobilien generell eine sichere Investition. Zwei Drittel präferieren eher, eine kleine eigene Wohnung zu kaufen als eine große teurere Wohnung zu mieten.

Preise bereits "zu hoch"

Die Entwicklung der Immobilienpreise wird von den Befragten naturgemäß argwöhnisch betrachtet. Jeder Zweite hält die Preise für Eigentum mittlerweile für zu hoch und gibt daher an, sich diese nicht mehr leisten zu können oder zu wollen – wiewohl eine satte Mehrheit von 86 Prozent auch davon ausgeht, dass die Preise langfristig weiter steigen werden.

62 Prozent wollen größere Ausgaben für die Wohnraumschaffung und -sanierung aber nicht auf später verschieben; 61 Prozent sagten, sie trauen sich trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten einen Kredit aufzunehmen. (red, derStandard.at, 6.8.2013)

  • 44 Prozent der 18- bis 39-jährigen Österreicherinnen und Österreicher wohnt bereits im eigenen Haus - in zwei Dritteln der Fälle ist dies freilich noch jenes der Eltern.

    44 Prozent der 18- bis 39-jährigen Österreicherinnen und Österreicher wohnt bereits im eigenen Haus - in zwei Dritteln der Fälle ist dies freilich noch jenes der Eltern.

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