"The Bureau: XCOM Declassified": Zu dritt gegen die Alien-Invasion

10. August 2013, 12:00
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Alien-Jagd als Taktik-Shooter - grafisch stimmungsvoll, Entwicklungsversion noch mit technischen Defiziten

Nachdem Publisher 2K Games und Firaxis mit "XCOM: Enemy Unknown" den Rundenstrategie-Klassiker "UFO: Enemy Unknown" von MicroProse einem Remake unterzogen hat, steht nun ein weiterer "XCOM"-Titel in den Startlöchern. Diesmal unter den Titel "The Bureau: XCOM Declassified". Der GameStandard hatte die Gelegenheit, das Ende August erscheinende Spiel anzuspielen.

1962

Entwickler wird "XCOM Declassified" von 2K Marin, ein Spin-off des Bioshock-Entwicklers Irrational Games. Neben einem anderen Team widmet man sich auch einem anderen Genre, wenngleich das Setting das Gleiche bleibt. Es ist 1962, die Aliens sind gelandet und erweisen sich als Gäste der ungemütlichen Sorte. Es obliegt dem Spieler in der Rolle des Geheimagenten William Carter, den Rausschmeißer zu geben.

Die Handlung wird nach Jahrzehnten an Alieninvasionen in verschiedenen popkulturellen Inszenierungen keinen Originalitätspreis abstauben. Die Aliens haben es offenbar gezielt auf geheime Hightech-Infrastruktur der USA abgesehen, können Personen unter ihre Kontrolle bringen und auch ein mysteriöses Artefakt ist im Spiel.

Wertvolles Personal

Statt den extraterrestrischen Bösewichten rundenweise auf ihre ledrige Haut zu rücken, präsentiert sich dieser Titel als Taktikshooter. Gemeinsam mit zwei Teamkollegen, die unterschiedliche Spezialfertigkeiten besitzen, spielt sich das Geschehen in Echtzeit ab. Ausgerüstet mit zwei Waffen und explosiven Wurfeschossen stellt man sich Mission für Mission dem Feind und hastet im skriptuntermalten Geschehen von einem Gefecht zum nächsten.

Vor jedem Einsatz können die Teammitglieder ausgerüstet werden, im im Feld sammeln sie schließlich Erfahrung, die zur Aufwertung ihrer Fähigkeiten genutzt werden kann. Das macht sie im Laufe des Spiels immer wertvoller, sofern man durch kluges Vorgehen ihr Ableben verhindern kann. So zumindest der langfristige Plan. Wie gut dessen Umsetzung funktioniert, wird sich nach dem Release zeigen, führte doch die Anspielrunde durch die recht ausführliche Einstiegsmission – danach versagte die Testkonsole plötzlich ihren Dienst.

Unfertige Version

"XCOM Declassified" präsentierte sich in etwas mehr als einer Stunde Spielzeit als teilweise unfertig. Die Repräsentanten von 2K betonten allerdings, dass die Testversion bereits mehrere Monate alt sei und daher nicht ganz den aktuellen Stand widerspiegelte. Bezeugt wurde dies durch einige grafische Ungereimtheiten, in Sachen Spielmechanik wirkte das Game aber großteils ausgereift.

Von Gefecht zu Gefecht

In Third-Person-Perspektive geht es, untermalt von Story-Zwischensequenze und Skriptereignissen, durch die Spielwelt, deren Schlachtfelder mit allerlei Deckungen und Gimmicks wie zerstörbare Fässer mit explosivem Inhalt versehen sind. Widmet man sich zwischendurch auftauchenden Feinden hauptsächlich selber, müssen die eigenen Begleiter bei größeren Konfrontationen taktisch klug mit Befehlen ausgestattet werden.

Ansonsten haben sie die Tendenz, sich hinter der nächstbesten Deckung zu verkriechen und sich eher ineffektiv zu verhalten – oder wegen strategisch schlecht gewähltem Versteck zu Kanonenfutter zu werden.

Battle Focus

Zur Ordervergabe kommt der sogenannte "Battle Focus" zum Einsatz. In diesem Modus wird das Geschehen dramatisch verlangsamt und eine Reihe von Kurzbefehlen kann gewählt werden, die sich auch in einem Queue vergeben lassen. So lassen sich die Kameraden anweisen, eine andere Deckung aufzusuchen, gezielt auf bestimmte Feinde zu Feuern oder je nach Fertigkeiten Luftschläge anzufordern, Minen zu werfen und Lasertürme aufzustellen. Einmal eingesetzt, gibt es für jede besondere Fähigkeit eine Cooldown-Zeit, ehe sie wieder genutzt werden kann.

Nach etwas Eingewöhnung klappt die Befehlsvergabe schnell und einigermaßen flüssig. Die angetestete Spielversion erschwerte die Handhabe aber öfters durch Kameraprobleme. Generell klebt der Spieler etwas zu nah am Geschehen. Finden Kämpfe dann auch noch auf engem Raum statt, kann die Übersicht leicht verloren gehen. Definitiv ein Punkt, der in der finalen Fassung besser gelöst sein sollte. Immerhin, ist für das Kampfgetümmel mehr Raum vorgesehen, geht die Planung ziemlich friktionsfrei von der Hand.

Erwischt es den Spieler oder einen der Mitkämpfer zu heftig, kann er von einem anderen innerhalb einer bestimmten Zeit geheilt werden. Etwaige Angeschlagenheit ist nach Abschluss eines Kampfes passé. Tote stehen allerdings nicht wieder auf.

Atmosphärisch

Grafisch ist das Spiel gut umgesetzt, auch die Audio-Untermalung wirkte im Testlauf stimmig. Die Sci-Fi-Welt der 1960er-Jahre weiß in ihrem Kleid, der Unreal Engine 3, durchaus zu gefallen, auch wenn man sich nicht mit aktuellen State-of-the-Art-Umsetzungen messen kann.

Fazit: Vorsichtiger Optimismus angebracht

Trotz der Defizite präsentierte sich "XCOM Declassified" über eine Stunde lang als recht unterhaltsamer Titel. Langfristig wird das Spielprinzip allerdings nur unterhalten können, wenn die Möglichkeiten des Spielers und der Teammitglieder graduell erweitert werden und das Überleben der einzelnen Figuren tatsächlich so wichtig wird, wie versprochen. Von der Story ist – trotz netter Inszenierung – nicht all zu viel zu erwarten, wenngleich dieser Eindruck natürlich täuschen kann.

"The Bureau: XCOM Declassified" erscheint am 20. August in Nordamerika und am 23. Augsut in Europa für Windows, Playstation 3 und Xbox 30. (Georg Pichler, derStandard.at, 10.08.2013)

Video: XCOM Declassified - Trailer

  • "The Bureau: XCOM Declassified"
Entwickler: 2K Marin
Publisher: 2K Games
Erscheint: Am 23. August 2013 für PC, Xbox 360 und PS3 zu einem UVP von 49,99 EUR
    foto: 2k games

    "The Bureau: XCOM Declassified"

    Entwickler: 2K Marin

    Publisher: 2K Games

    Erscheint: Am 23. August 2013 für PC, Xbox 360 und PS3 zu einem UVP von 49,99 EUR

  • Die Aliens kommen und präsentieren sich als ausgesprochen übellaunige Gäste.
    foto: 2k games

    Die Aliens kommen und präsentieren sich als ausgesprochen übellaunige Gäste.

  • Spieler und Teamkollegen lassen sich anpassen und ausrüsten.
 
    foto: 2k games

    Spieler und Teamkollegen lassen sich anpassen und ausrüsten.

     

  • Gezielte Befehle werden über den "Battle Focus" vergeben.
    foto: 2k games

    Gezielte Befehle werden über den "Battle Focus" vergeben.

  • Das 1960er-SEtting ist stimmungsvoll umgesetzt.
    foto: 2k games

    Das 1960er-SEtting ist stimmungsvoll umgesetzt.

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