Der Rover ist seit einem Jahr auf dem Mars

6. August 2013, 05:30
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"Curiosity" hat indessen mehr als 1,6 Kilometer auf dem Mars-Boden zurückgelegt

Washington - Am Dienstag ist es genau ein Jahr her, dass der Marsrover "Curiosity" auf dem Roten Planeten gelandet ist und seitdem wissenschaftliche Daten zur Erde schickt. Das erklärte Ziel der Mission, Voraussetzungen für einst mögliches mikrobielles Leben auf dem Roten Planeten zu finden, hat der Roboter längst erreicht - und mit seiner Erfolgsgeschichte nebenbei das Image der US-Weltraumbehörde NASA aufpoliert.

Mission verlängert

Zuletzt ist es zwar wieder etwas stiller um "Curiosity" geworden, doch die ursprünglich für knapp zwei Jahre und 2,5 Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) geplante Mission ist längst verlängert worden. Ob der große Bruder es dem kleineren Rover "Opportunity" gleichtun kann - dieser ist statt der ursprünglich angesetzten 92 Tage bereits mehr als neun Jahre im Einsatz -, wird sich zeigen.

"Curiosity" gilt nun jedenfalls als Wegbereiter für künftige Asteroiden- und Mars-Missionen. "Die jetzigen Radspuren werden zu Stiefelabdrücken führen", verbildlicht NASA-Chef Charles Bolden. Und die nächste Mars-Mission der NASA steht schon in den Startlöchern: Vergangenen Freitag ist mit "The Mars Atmosphere and Volatile Evolution (MAVEN)" die nächste Sonde, die zum Mars fliegen soll, im Kennedy Space Center in Florida eingetroffen. Der Start der Sonde ist ab dem 18. November vorgesehen; ihre Mission ist die Erforschung der oberen Atmosphäre des Roten Planeten.

"Sieben Minuten des Grauens"

Die Landung des rund 900 Kilogramm schweren Rovers am 6. August 2012 ist weltweit mit Spannung verfolgt worden. Von der NASA wurde das komplizierte Landemanöver im Vorfeld als "sieben Minuten des Grauens" bezeichnet, da in den 420 Sekunden alles Mögliche hätte schiefgehen können.

Seither hat "Curiosity" mehr als 1,6 Kilometer auf dem Mars-Boden zurückgelegt, mehr als 190 Gigabyte an Daten, 36.700 hochauflösende Bilder und 35.000 Miniaturbilder (Thumbnails) zur Erde geschickt, Proben zweier Felsen gesammelt und analysiert und mehr als 75.000 Laserpulse abgegeben, um die Beschaffenheit des Ziel-Materials zu untersuchen.

Vor kurzem hat der Forschungsroboter seine Untersuchungen im Glenelg-Gebiet rund 400 Meter südöstlich der Landestelle beendet und ist zu einem acht Kilometer entfernten Gebiet am Fuße des Mount Sharp aufgebrochen. Die Fahrt in Richtung Südwesten könnte mehrere Monate dauern.

Social Media

Die Erfolgsgeschichte des Rovers spiegelt sich nicht nur in Wissenschaftszeitschriften, sondern auch in den Sozialen Medien wieder: "Könnt ihr mich hören? Die solare Konjunktion ist vorbei. Mit der klaren Sicht auf der Erde arbeite ich wieder!", hatte sich "Curiosity" Anfang Mai nach einer vierwöchigen Sendepause bei mehr als 1,3 Millionen Fans zurückgemeldet. Wenige Tage zuvor hatten die Social Media-Seiten des Rovers zwei Webby Awards, einen der wichtigsten Preise im Online-Bereich, gewonnen. Auf Twitter ist der Countdown zum "land-iversary" (Landetag) mit dem Hashtag "#1YearOnMars" begonnen worden:

So ist es auch das erfolgreiche Team der Mission, das den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet: Team-Mitglieder des Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) werden ihre Erinnerungen an die dramatische Nacht der Landung und die Mission im Allgemeinen teilen (ab 16:45 Uhr MESZ via NASA TV). Im Anschluss wird die öffentliche Party aus dem NASA-Hauptquartier in Washington DC übertragen. Via Twitter und Google+ können Fragen mit dem Hashtag #askNASA gestellt werden. (Daniela Yeoh, derStandard.at, 6.8.2013)

  • Der Mars-Rover "Curiosity" ist vor einem Jahr auf dem Roten Planeten gelandet. Das Selbstporträt wurde aus Dutzenden Aufnahmen der hochauflösenden MAHLI-Kamera (Mars Hand Lens Imager) zusammengesetzt. Der Roboterarm, an dessen Ende sich die Kamera befindet, ist auf diesem Mosaik nicht sichtbar - er befindet sich außerhalb der verwendeten Bild-Teile.
    foto: nasa

    Der Mars-Rover "Curiosity" ist vor einem Jahr auf dem Roten Planeten gelandet. Das Selbstporträt wurde aus Dutzenden Aufnahmen der hochauflösenden MAHLI-Kamera (Mars Hand Lens Imager) zusammengesetzt. Der Roboterarm, an dessen Ende sich die Kamera befindet, ist auf diesem Mosaik nicht sichtbar - er befindet sich außerhalb der verwendeten Bild-Teile.

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