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Bauliche Adaptierungen

5. August 2013, 14:44

Lukas Göbl, Fritz Göbl und Franz Gschwantner zeichnen sich für die bauliche Adaptierung des Kirschenschiffs der Dominikanerkirche Krems verantwortlich.

Die Landesgalerie ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH besetzt mit der Dominikanerkirche Krems einen historischen Ort mit zeitgenössischer Kunst. Die Zielsetzung, Präsentationsplattform für zeitgenössische, überregional tätige Kunstschaffende mit Niederösterreichbezügen zu sein, kündet bereits von den hohen Ansprüchen, die an das Galeriekonzept gestellt werden.

Insgesamt 1.600 m² Ausstellungsfläche, die ZEIT KUNST NIEDERÖSTERREICH auf zwei Standorte aufteilt, fallen 1.100 m² auf die Dominikanerkirche Krems und eröffnen außergewöhnliche kuratorische Möglichkeiten unter der künstlerischen Leitung von Alexandra Schantl. Während in St. Pölten die Shedhalle von BWM Architekten adaptiert wird, basiert die Adaptierung des Kirchenschiffs der Dominikanerkirche Krems auf einer Kooperation zwischen Lukas Göbl, Fritz Göbl und Franz Gschwantner.

Die Nutzung des Kirchenraums als Präsentationsraum mit sakraler Atmosphäre erfordert eine umfangreiche Sanierung und Adaptierung des Altbestandes. Im Zuge der baulichen Veränderungen ist auch eine Neugestaltung des Vorplatzes vorgesehen. Die Oberflächengestaltung orientiert sich an den Materialien und Vorbildern der näheren Umgebung. Eine Info-Stele aus Glas weist in Richtung Haupteingang und liefert Informationen über den jeweiligen Inhalt der Ausstellungen.

Angelpunkt der Umgestaltung

Die Foyerlösung berücksichtigt den denkmalgeschützten Sakralbau und wird zum Angelpunkt der Umgestaltung des Gebäudes. Ein transparenter Pavillon wird dem Haupteingang innenseitig vorgelagert. Dieses Glashaus dient einerseits als Eingangsfoyer mit Ticketing und Shop, fungiert andererseits jedoch auch als Verteiler der eintreffenden Besucherströme zwischen dem Ausstellungsraum und dem bestehenden Weinstadtmuseum der Stadt Krems.

Die Konzeption unter der ausschließlichen Verwendung des Werkstoffs Glas umfasst konsequent alle Bauteile – Wände, Decken, Träger, Stützen, Türen, etc. – lediglich die Dimensionierung und Oberflächenbeschaffenheit differieren je nach Funktion und Größe des Bauteils. Durch diese materielle Forcierung entsteht ein durchsichtiger Kubus, der unmittelbar die Assoziation mit einem Kristall hervorruft. Zusätzlich unterstützt wird der optische Eindruck durch die umseitige Freistellung des Pavillons.

Alt und Neu in neuem Kontrast

Als autarkes Element im Raum dockt der Pavillon nur an den notwendigen Stellen an bestehende Öffnungen an. Die verbleibenden, nicht gläsernen Gestaltungselemente weisen eine reduzierte Formensprache auf und sind in Anthrazit gehalten. Gemeinsam mit dem teilweise üppig gefärbelten historischen Kirchenschiff entsteht ein spannender Kontrast von Alt und Neu, der wechselseitige Beziehungen, vor allem durch faszinierende Spiegelungen und Reflexionen im Glas, evoziert. Zusätzlich wurde das bestehende Beleuchtungs- und Infrastruktursystem den Erfordernissen einer zeitgemäßen Präsentationsstätte für moderne Kunst angepasst sowie ein Verdunkelungssystem installiert, um auch multimediale Inszenierungen im Kirchenschiff zu ermöglichen.

Auch der Platz zur Kirche an der Hinterseite der Galerie erfährt Umgestaltungsmaßnahmen: Ein Zaun aus dicht gereihten Stahlschwertern spielt mit dem Motiv von wehendem Gras. Eine Abgrenzung der öffentlichen von den privaten Bereichen ist so ohne akkurate optische Trennung möglich. Der Klosterhof wurde behutsam restauriert und unter Wiederverwendung der vorhandenen Steinplatten neu gestaltet. Auf sandgestrahlten Betonsockeln werden zusätzlich historische Figuren präsentiert.

Alle neuen Außenportale des Kirchenschiffs weisen eine pixelähnlich gemusterte Perforierung auf, die durch Ausstanzungen der „Black Inox"-beschichteten Stahlbleche entstehen. Die stellenweise verstärkte Perforierung der Haupteingangstür orientiert sich bewusst an einer durchschnittlichen Augenhöhe. Nachdem diese Tür zusätzlich mit einer separat zu öffnenden Glastür hinterlegt ist, erlaubt die Lochstruktur bereits Einblicke in das Foyer der LANDESGALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST KREMS.

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