Rauchen - in Großbritannien ein kostspieliges Laster

1. August 2003, 14:50
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Konsumenten zahlen für Zigaretten in Großbritannien mehr als doppelt so viel wie in Österreich

Wien - Rauchen ist speziell in Großbritannien ein kostspieliges Laster, die "Insel" damit ein potenziell lukrativer Markt für Schmuggler: Dort kostet eine 20-Stück-Packung Zigaretten durchschnittlich 6,40 Euro, um 3,40 Euro mehr als in Österreich. Noch teurer sind Zigaretten im Europa-Vergleich nur in Norwegen, wo der Kunde 8,30 Euro auf den Tisch legen muss. Der Steueranteil am Verkaufspreis beträgt in Großbritannien 79 Prozent, in Österreich 71 Prozent.

Weltweit raucht rund ein Drittel der Erwachsenen

Weltweit raucht rund ein Drittel der Erwachsenen, das sind rund 1,1 Milliarden Menschen. In Österreich gibt es 2,3 Millionen Raucher. Schätzungen zufolge werden in Österreich pro Jahr 16 bis 17 Milliarden Stück Zigaretten konsumiert. Die Austria Tabak, die weit mehr als 90 Prozent des Marktes abdeckt, verkaufte im vergangenen Jahr fast 15,3 Milliarden Stück.

Geschäft mit dem Tabak ist eine Milliardenindustrie

Das Geschäft mit dem Tabak ist eine Milliardenindustrie. Auf Platz eins liegt China - gleichzeitig größter Tabakproduzent - mit schätzungsweise 1.600 Milliarden verkauften Zigaretten, vor den USA mit 422 Milliarden, Japan mit 326 sowie Russland mit 280 Milliarden verkauften Glimmstängeln. Diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2001 und beruhen auf Schätzungen der Zeitschrift "Tobacco Journal International". Die weltweit größten Konzerne sind Philip Morris, British American Tobacco, Japan Tobacco, Imperial Reynolds und der Gallaher Gruppe, der Mutterkonzern der Austria Tabak, der 2002 rund 8,4 Milliarden Pfund (11,88 Mrd. Euro) umsetzte. Gallaher stellt auch die Marke "Benson & Hedges" her, von der nun ebenfalls Fälschungen sichergestellt wurden.

Im internationalen Vergleich ist Großbritannien nicht nur in der Spitzengruppe, was die Zigarettenpreise betrifft, sondern auch, wenn es darum geht, Tabakreklame zu unterbinden. Im Oktober vergangenen Jahres verabschiedete das Unterhaus ohne Gegenstimmen ein Gesetz, das Zigarettenwerbung verbietet.

James Bond kehrte zum Genussnebel zurück

Und ausgerechnet James Bond, der Geheimagent Ihrer Majestät, kehrte im darauf folgenden Monat nach 13 Jahren Abstinenz in seinem neuen Film "Die Another Day" zum Genuss des blauen Dunstes zurück. Dass Pierce Brosnan beim Zigarren-Rauchen zu sehen ist, war sogar der "Sunday Times" eine Meldung wert.

Ein anderer James, nämlich der in England regierende König Jakob I., hatte übrigens im Jahr 1616 in einem eigenhändig verfassten Flugblatt gegen das Rauchen als neue "Unsitte" aus Amerika gewettert. Das Qualmen war in England durch den Seefahrer Sir Walter Raleigh (1554-1618) populär geworden. Selbst Königin Elisabeth ließ sich von ihm den Umgang mit Pfeife und Stopfer beibringen. Ihr Nachfolger Jakob I., der militante Nicht-Raucher, ließ Raleigh köpfen. (APA)

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