Interesse an Studienaufenthalten im Ausland steigt

8. August 2003, 11:15
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Im Vorjahr namen rund 3.500 Studierende am Erasmus-Programm teil

Wien - Die österreichischen Studenten werden immer mobiler. Im Vorjahr nahmen rund 3.500 Studierende österreichischer Universitäten am Erasmus-Programm teil und absolvierten einen Studienaufenthalt an einer ausländischen Hochschule. Das entspricht einer Steigerung von rund zehn Prozent gegenüber dem Jahr davor, betonte der Leiter der das Programm abwickelnden Sokrates-Nationalagentur, Wolfgang Eckel, gegenüber der APA. Damit würde bereits rund ein Drittel der Uni-Absolventen einen Teil der Studienzeit im Ausland verbringen, ein Großteil davon über Erasmus.

Mehr Mittel

Auch heuer sei mit einer Steigerung zu rechnen. Insgesamt stehen der Sokrates Nationalagentur in dem von der EU und dem Bildungsministerium finanzierten Programm 2003 um elf Prozent mehr Mittel für Kooperationsprojekte und Mobilitäten zur Verfügung als 2002, so Eckel. In Österreich sei das Fördersystem für die Teilnehmer äußerst günstig: Die Erasmus-Studenten müssen für die Dauer ihres Aufenthalts weder in Österreich noch in ihrem Gastland Studiengebühren zahlen. Außerdem kann ein eventuelles Stipendium weiter bezogen werden. Von Sokrates finanziert werden im wesentlichen die erhöhten Lebenserhaltungskosten im Ausland - also etwa in Großbritannien und Skandinavien mehr, in anderen Staaten weniger.

Interesse an Osteuropa steige

Langsam merke man auch, dass Studenten sich auch verstärkt für ein Studium in osteuropäische Staaten interessieren, so Eckel. Wichtig sei dabei, dass der erste Student einer Hochschule an der Partneruni positive Erfahrungen mache und sie dann an Ort und Stelle seinen Kommilitonen weiter gebe.

Volksschulen zeigen immer mehr Interesse

Immer mehr Interesse an der Teilnahme an einem europäischen Bildungsprogramm besteht von den Volksschulen. In diesem Bereich habe die Sokrates-Nationalagentur auch eine Offensive gesetzt, betonte Eckel. Der Schwerpunkt dabei liege auf Grund des Alters der Kinder weniger in Austauschprogrammen , sondern vor allem bei Schulpartnerschaften. Beliebt sei etwa die Behandlung der verschiedenen Sagen der einzelnen Länder: "Das wird mitgefilmt und dann die Videos ausgetauscht." So komme es zu einem systematischen Austausch der Kulturen.

Auf der anderen Seite wird durch Sokrates auch der Austausch von Lehrpersonal oder Schulaufsichtsbeamten gefördert. Denkbar wäre dabei etwa die Unterstützung eines Kärntner Landesschulinspektors, der sich in Finnland ein "Best-Practice-Modell" ansehe wie zum Beispiel das Abgehen vom Klassenlehrersystem in der Volksschule.

Grundvoraussetzung für sämtliche Sokrates-Programme ist in den meisten Fällen eine sprachübergreifende Komponente. Ein länderübergreifendes Projekt zwischen Österreich, Deutschland, dem deutschsprachigen Teil Belgiens und Liechtensteins hätte also weniger Aussichten auf Förderung - eine Ausnahme bildet hier Erasmus.(APA)

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