Kämpfe in Monrovia gehen trotz einseitig erklärter Waffenruhe weiter

1. August 2003, 11:49
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Regierungstruppen hätten den Hafen der Stadt zurückerobert - MODEL-Rebellen seien auf dem Rückzug

Monrovia - In Liberia sind am Mittwoch trotz einer am Vortag seitens der Rebellen erklärten einseitigen Waffenruhe die Kämpfe in und um die Hauptstadt Monrovia weitergegangen. Der auf Seiten der Regierungstruppen von Präsident Charles Taylor kämpfende General Benjamin Yeaten sagte, Kämpfer der Rebellenbewegung Vereinigte Liberianer für Versöhnung und Demokratie (LURD) setzten ihre heftigen Angriffe fort. An den Brücken, die zum Stadtzentrum führten, gebe es noch immer Kämpfe.

Die Rebellen der Bewegung für Demokratie in Liberia (MODEL), die am Montag die Hafenstadt Buchanan eingenommen hatten, seien bei anhaltenden Gefechten jedoch auf dem Rückzug. Regierungstruppen hätten inzwischen den Hafen der Stadt zurückerobert, sagte Yeaten weiter.

Im 35.000 Zuschauer fassenden Sportstadion von Monrovia seien mittlerweile fast 52.000 Flüchtlinge untergebracht, teilte ein Regierungsbeauftragter für humanitäre Angelegenheiten mit. Weitere Menschen könnten nun nicht mehr aufgenommen werden. Zugleich gingen die Vorräte an Lebensmitteln bedrohlich zur Neige. Schwierigkeiten gebe es auch mit der Hygiene. Die Gefahr von Cholera sei durch die inzwischen hergestellte Versorgung mit sauberem Trinkwasser jedoch vorerst gebannt, sagte der Beamte weiter.

Truppen kommen "sehr bald"

Friedenstruppen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) würden "sehr bald" im westafrikanischen Bürgerkriegsland Liberia eintreffen, sagte der nigerianische Präsident Olesegun Obasanjo am Dienstag nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in London. Die von zwei nigerianischen Bataillonen angeführte Truppe werde "in wenigen Tagen" in dem Bürgerkriegsland eintreffen.

Er hoffe, dass die von der LURD verkündete Waffenruhe halten werde, fügte Obasanjo hinzu. Kurz zuvor hatten die Rebellen der Vereinigten Liberianer für Versöhnung und Demokratie (LURD) einen einseitigen Waffenstillstand erklärt.

Nigerianisches Kommando

Die insgesamt 3000 Mann starke westafrikanische Truppe soll unter dem Kommando des nigerianischen Generals Festus Okokwo stehen. Die USA hatten vergangene Woche die Entsendung von Kriegsschiffen vor die liberianische Küste angekündigt, machten einen Militäreinsatz in Liberia aber von einem Waffenstillstand abhängig. (APA/Reuters)

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    Die LURD-Rebellen haben einen einseitigen Waffenstillstand für Monrovia erklärt, der bis zur Ankunft von Friedenstruppen dauern soll.

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    Ein Schütze der Regierung an der "Old Bridge" in Monravia

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