Sex in Zeiten der Hitzewelle

3. August 2003, 19:16
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Wiener Sportwissenschafter empfiehlt zwar keine Enthaltsamkeit, warnt aber vor "Nummernrekorden"

Wien - Körperlich anstrengender Geschlechtsverkehr und Sommerhitze vertragen sich nicht miteinander, zumindest bei Herz-Kreislaufpatienten. Mit einem derartigen Handicap sollte man besser keine "Nummernrekorde" aufstellen, warnt daher Prof.Dr. Norbert Bachl, Vorstand des Institutes für Sportwissenschaft der Uni Wien. Herzinfarkte und Todesfälle beim Sex gibt es immer wieder - auch wenn sie nicht so häufig sind, wie dies manche Filmkomödien nahe legen.

Der Mediziner empfiehlt Risikopatienten, nicht auf die Einnahme der verschriebenen Medikamente zu vergessen und sie vor allem im Reisegepäck mitzunehmen. Bei extremer Hitze ist auch die reichliche Flüssigkeitsaufnahme, sprich das Trinken (kein Alkohol!), von besonderer Bedeutung. "Der Körper ist sonst leichter aus dem Gleichgewicht zu bringen." Vor allem sollten etwa Infarktpatienten jene Empfehlungen des Arztes befolgen, die ihm dieser beim Entlassungsgespräch in Sachen Sex mit auf den Weg gegeben hat, so Bachl.

Nicht gerade während der heißesten Tageszeit

Patentrezepte gebe es keine, doch generell sei bei Hitze durch die Thermoregulation der Herzschlag bereits erhöht. "Wenn Sex, dann nicht unbedingt in der heißesten Tageszeit, sondern in den kühleren Abend- und Nachtstunden", empfiehlt der Experte. Und vor allem dürfe man nicht übertreiben: Man muss sich ja nicht einfach passiv auf den Rücken legen, aber bei erhöhtem Risiko sollte der gesunde Teil des Duos den aktiveren Part übernehmen. "In einer fixen Partnerschaft ist das kein Problem - ansonsten gehen entsprechende Vorsätze schnell flöten - dann überdecken andere Reize die Ratio."

Doch wer jetzt glaubt, die erhöhte Lust würde auch in erhöhten sommerlichen Aktivitäten münden, der irrt: "Die vermehrten sexuellen Reize schlagen sich nicht unbedingt in einer erhöhten Frequenz nieder - im Winter gibt es einen Ausgleich durch die längeren Nächte. Der Mensch ist eben dauerbrünstig", so die unromantische Erklärung des Wiener Sexualtherapeuten Karl Stifter. (APA)

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