ISPA übt scharfe Kritik an der Telekom Austria

8. August 2003, 17:09
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Entscheidung des Regulators nicht nachvollziehbar - Anzeige bei der Bundeswettbewerbsbehörde angedroht

Die ISPA kritisiert heftig die vom Regulator genehmigte Preiserhöhung im Monopolbereich der Teilnehmeranschlussleitung durch die Telekom Austria. Ihr Präsident Johannes Schwertner sieht darin einen Angriff auf die gesamte österreichische Internet-Community, da immerhin 80 Prozent der User potenziell betroffen seien.

"Nicht akzeptabel"

Für den Verband der Internet Service Provider Österreichs (ISPA) ist die von der Telekom Austria angekündigte Streichung des Minimumtarifs nicht akzeptabel. "80 Prozent der österreichischen User sind bei ihrem Internetzugang auf die Leitungen der TA angewiesen, und haben daher keine Möglichkeit, dieser - unserer Meinung nach ungerechtfertigten - Preiserhöhung zu entgehen", so ISPA-Präsident Schwertner verärgert in einer Presseaussendung. "Der Verdacht liegt nahe, dass dadurch wieder einmal ein Körberlgeld zur Quersubventionierung von im Wettbewerb befindlichen Bereichen des Ex(?)-Monopolisten verdient wird. Und dieses Körberlgeld beträgt monatlich immerhin bis zu 3 Millionen Euro, da knapp 1 Million Haushalte die Kupferleitungen der TA für ihren Internetzugang verwenden", so Schwertner weiter.

Für den ISPA-Präsidenten ist außerdem die regulatorische Genehmigung der für den User mit keinerlei Mehrwert verbundenen Preiserhöhung nicht nachvollziehbar. Er fordert daher einmal mehr die Möglichkeit zur Parteistellung in Genehmigungsverfahren der TKC. "Das Netz der TA ist seit langem abgeschrieben - ich kann daher nicht verstehen, warum eine genehmigte Grundgebühr plötzlich nicht mehr kostendeckend sein soll", so Schwertner und fordert daher die Offenlegung der kalkulatorischen Grundlagen für den Entscheid der TKC.

Volkswirtschaftlich bedenklich und kontraproduktiv

Schließlich sei die angekündigte Streichung des Minimumtarifs volkswirtschaftlich bedenklich und kontraproduktiv für die Bemühungen, die Internet-Durchdringung Österreichs zu fördern. "Die Österreicher sind bereit, für mehr Leistung mehr zu bezahlen. Was sie allerdings nicht wollen, ist abkassiert werden", so Schwertner abschließend. Die ISPA wird sowohl den Verdacht des Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung als auch den der Quersubventionierung prüfen und gegebenenfalls bei der Bundeswettbewerbsbehörde anzeigen, so die ISPA in einer Presseaussendung.(red)

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