Mädchen wollen dünner, Burschen muskulöser sein

1. August 2003, 14:06
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Diplomarbeit untersuchte die Auswirkungen der Medien auf das Körperbild der Jugendlichen

Weniger Gewicht, mehr Oberweite, dünnere Oberschenkel: Das ist schon für Zwölf- bis 16-Jährige Mädchen das große Ziel, wenn es um den eigenen Körper geht. Burschen wollen in diesem Alter vor allem muskulöser sein. Eine Diplomarbeit am Institut für Pädagogik der Universität Salzburg hat die Auswirkungen der Medien auf das Körperbild der Jugendlichen untersucht.

Abnehmen, abnehmen, abnehmen ...

"Abnehmen, abnehmen, abnehmen. Das ist für die Mädchen das beherrschende Thema", weiß Barbara Holzner, die für ihre Diplomarbeit 221 Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf bis 16 Jahren in Salzburg und Oberösterreich befragt hat. Die Buben hingegen hätten mit den vermeintlich zu dicken Klassenkolleginnen kein Problem: "Das passt schon, wie ihr ausseht", kommentieren sie die Abnehmwünsche der Mitschülerinnen.

Sich nach Vorbildern richten

Holzner testete die Auswirkungen dreier Medienarten auf die Körperzufriedenheit, konnte aber auf Grund der Kürze der Intervention - zirka 16 Minuten - keinen repräsentativen Einfluss feststellen. Doch in der darauf folgenden Befragung wurde klar, wie stark die Bilder aus den Medien generell in den Köpfen verankert sind. Die Jugendlichen wüssten ganz genau Bescheid über Aussehen, Gewicht, Kleidung und Vorlieben ihrer Stars. "Sie haben Vorbilder und richten sich stark danach", erklärte Holzner.

Mädchen dem Körper gegenüber kritischer

Sie stellte auch fest, dass die explizite Beschäftigung mit dem Thema Figur und Aussehen zu einer vermehrten Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führt. "Mädchen sind ihrem Körper gegenüber kritischer als Burschen", weiß Holzner. Das hat eine stärkere Körperunzufriedenheit zur Folge. Mädchen wählten auch ein wesentlich dünneres Figurenideal als ihre Altersgenossen.

Im Durchschnitt wollen Mädchen drei Kilo leichter sein

So wollten 65 Prozent der Mädchen, aber "nur" 36 Prozent der Burschen abnehmen. Im Durchschnitt wollten die Schülerinnen drei Kilogramm, die Buben zwei Kilogramm leichter sein. Trotzdem ist ein großer Teil der Jugendlichen mit dem eigenen Körper zufrieden: Fast 70 Prozent gaben an, sich gerne im Spiegel zu betrachten. 82,3 Prozent stimmten der Aussage "Ich gefalle mir so, wie ich bin" zu.

Mädchen mit geringerem Selbstwert

Die Mädchen zeigten in der Untersuchung einen geringeren Selbstwert als die Burschen. Dabei wurde auch festgestellt, dass mit geringerem Selbstwert die Körperunzufriedenheit steigt. Das ist ein Punkt, an dem man nach Ansicht Holzners ansetzen müsste: Prävention sollte die Förderung einer positiven und realistischen Einstellung gegenüber dem eigenen Körper zum Ziel haben.

Kinder und Jugendliche müssen vor allem in der Pubertät lernen, ihren Körper zu akzeptieren. Jene, die ihren Körper und seine Bedürfnisse kennen und diese auch ausleben können, sind für gestörtes Essverhalten weniger anfällig. Weiters entwickeln sie ein gutes Körpergefühl, welches auch den Selbstwert positiv beeinflusst.

Und noch eine Möglichkeit sieht die Pädagogik-Absolventin: Aufklärungsarbeit. Man müsse den Jugendlichen zeigen, welche Technologien hinter den "weich gezeichneten und schlankgezogenen" Menschen aus Film, Fernsehen und Video steckten. (APA)

Die Diplomarbeit ist bei der Wissenschaftsagentur der Universität Salzburg, Mühlbacherhofweg 6, 5020 Salzburg, Tel. 0662/8044-6640 erhältlich.
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    grafik: derstandard.at
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