Gewaltvolle Übergriffe gegen Frauen in Afghanistan

7. August 2003, 12:48
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Human Rights Watch warnt: Politischer Prozess der Frauenrechte in Gefahr - Milizführer und Politiker verantwortlich

New York/Kabul - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch macht Milizführer und Politiker in Afghanistan für ein "Klima der Angst" verantwortlich. Die derzeitige Sicherheitslage drohe die Arbeit an einer neuen Verfassung und anstehende Wahlen zu gefährden, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht zur Situation im Südosten Afghanistans. Gewalt und Übergriffe auf Frauen und Kinder könnten den politischen Prozess und die Fortschritte im Bereich der Frauenrechte zunichte machen, warnte die Organisation.

"Schrecklichste Menschenrechtsverletzungen"

"Nach dem Sturz der Taliban haben die USA und ihre Koalitionspartner den Warlords zur Macht verholfen", sagte Brad Adams, Direktor der Asien-Abteilung von Human Rights Watch. "Heute begehen diese Warlords die schrecklichsten Menschenrechtsverletzungen." Die Gegend außerhalb von Kabul werde vollständig von den Kriegsherren kontrolliert. Die Menschenrechtssituation in Afghanistan scheine sich mit jedem Tag zu verschlechtern.

Frauen trauen sich nicht aus dem Haus

Human Rights Watch berichtet von Einbrüchen, Überfällen, Vergewaltigungen und Erpressungen. Politische Aktivisten, Journalisten und Redakteure erhielten Morddrohungen und würden von Armee, Polizei und Sicherheitsbeamten eingeschüchtert, erklärte die Organisation. Vor allem in ländlichen Gebieten würden sich viele Frauen nicht aus dem Haus trauen.

Mädchen wird Schulbesuch verweigert

Das Klima der Gewalt führe dazu, dass Frauen nicht am Wiederaufbau ihrer Gesellschaft teilnehmen könnten. "Tatsächlich können die meisten afghanischen Mädchen immer noch nicht die Schule besuchen", sagte Adams. Die Aussagen von Opfern und Zeugen belasten laut Human Rights Watch vor allem Soldaten und Polizisten, die unter der Aufsicht von ranghohen Beamten und Politikern stünden, darunter Verteidigungsminister Mohammad Fahim.

"Die Unterstützung der Warlords durch andere Länder destabilisiert Afghanistan", sagte Adams. "Die Vereinigten Staaten und Großbritannien müssen entscheiden, ob sie hinter (Präsident Hamid) Karzai in Kabul oder in Wirklichkeit hinter den Warlords stehen." (APA/AP)

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    Ein Klima der Angst herrscht weiterhin in Afghanistan - Frauen extrem bedroht, Rechte werden ihnen verweigert.
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