Berenberg Bank sieht bei Telekom Austria 30 Prozent Kurspotenzial

6. August 2003, 11:17
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"Kauf" - Analystin in "Welt": Wegen später Privatisierung "moderne Vermögenswerte", Verzicht auf überteuerte UMTS-Lizenzen goutiert - Belegschaftsstuktur noch ineffizient

Die Analysten der deutschen Berenberg Bank empfehlen die Aktie der Telekom Austria (TA) zum Kauf. "Der österreichische Ex-Monopolist ist deutlich Free-Cash-Flow-positiv, solide finanziert und nicht belastet durch übermäßige Investitionen", wird llona Hasselbring, Wertpapierspezialistin der Hamburger Bank in der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe) zitiert.

Die Telekom Austria habe in der Vergangenheit nicht in überteuerte UMTS-Lizenzen und Vermögenswerte investiert wie viele andere Unternehmen dieser Branche. "Dadurch bietet Telekom Austria einen hoch attraktiven Einstieg in die aktuellen Wachstumsperspektiven der europäischen Telekommunikationsindustrie", so die Analystin.

Infolge der vergleichsweise späten Privatisierung verfüge die Telekom Austria über moderne Vermögenswerte, allerdings auch eine ineffiziente Belegschaft mit hohem Beamtenanteil. Dies schaffe Raum für "beträchtliche Effizienzsteigerungen", deren Vorteile noch voll ausgeschöpft werden könnten.

Der rückläufige Investitionsbedarf erlaube in Verbindung mit der zügigen Verlagerung des Geschäftsschwerpunkts vom Festnetz- zum renditestärkeren Mobilfunkgeschäft Investoren, von einem starken Wachstum in Form einer annähernden Verdoppelung der Renditen in den nächsten zwei Jahren zu profitieren, meint man bei Berenberg.

Der faire Wert liegt nach Einschätzungen der Analystin bei 13 Euro. Ein Aufwärtspotenzial von 30 Prozent sei realistisch. Telekom Austria sei damit eine" überzeugende wertsteigernde Anlage", die keine der Risiken und alle Vorteile der Vergleichsunternehmen dieser Branche biete.

Der österreichische Staat (ÖIAG) und Telecom Italia (TI) dürften ihren Anteil zurückführen. Vorige Woche hat die ÖIAG eine Wandelanleihe über 300 Mio. Euro auf Aktien der Telekom Austria platziert und damit Spekulationen über eine kurzfristige Übernahme durch Swisscom beendet. Bisher hatte das verdeckte Interesse des Ex-Monopolisten, der über hohe Barmittel, aber keine Wachstumsperspektiven verfügt, zu wiederholten spekulativen Kursausschlägen geführt. (APA)

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