Werte in Unternehmen zu überdenken

11. September 2003, 12:48
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Der Zusammenbruch der New Economy und die Finanz- und Unternehmensskandale der letzten Jahre haben zu einem "Leitbild-Vakuum" geführt

Finanzskandale, Betrugsvorwürfe und Kapitalvernichtung in großem Stil haben in den vergangenen zwei Jahren weltweit zu einer intensiven Debatte über die Corporate Governance in Unternehmen geführt.

In Österreich wurde ein Corporate Governance Kodex ins Leben gerufen, der vor allem die interne und externe Unternehmenskontrolle verbessern soll. Bereits mehr als drei Viertel der Vorstände und Topmanager gehen heute davon aus, dass Werte in den Unternehmen in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Fast alle meinen, dass ethisches Verhalten auch wirtschaftlichen Nutzen bringt.

Leitbild-Vakuum

Der Zusammenbruch der New Economy und die Finanz- und Unternehmensskandale der letzten Jahre haben zu einem "Leitbild-Vakuum" geführt. Dies sei auch - so der Grundtenor einer von Booz Allen Hamilton jüngst durchgeführten Studie - einer der Hauptgründe für Unternehmen, ihre Werte neu zu überdenken.

In der Untersuchung von Booz Allen Hamilton wurden Vorstände und Topmanager von 150 führenden Unternehmen im deutschsprachigen Raum befragt. 76 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Bedeutung von Werten in Zukunft zunehmen wird, aber gleich 95 Prozent meinen, dass ein klarer Werte-kodex im Unternehmen auch wirtschaftlichen Nutzen generiert. Die Corporate Gover- nance-Diskussion habe sich bisher zu einseitig mit Fragen der verbesserten finanziellen Transparenz, der Ausweitung von Rechenschaftspflichten und Kontrollmechanismen oder mit dem Gehaltsgefüge des Topmanagements auseinander gesetzt. Ethische und moralische Aspekte wie Haltung, Verantwortung oder Ehrlichkeit im Unternehmen sind aus Sicht der Unternehmen wirtschaftlich ebenfalls zentral und müssen in Zukunft stärker berücksichtigt werden. (DER STANDARD, Printausgabe 26./27.7.2003, red)

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