Tauschbörse Napster wird zu Weihnachten wiedergeboren

1. August 2003, 19:23
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Unter dem Namen Napster 2.0 will Roxio den ehemaligen Star der P2P-Plattformen wieder erstehen

New York/Redmond/Wien - Roxio, zu Jahresanfang Käufer des Markennamens Napster, will diesem bis Ende 2003 wieder Leben einhauchen. Unter der Bezeichnung Napster 2.0 soll ein Bezahlservice für Musikdownloads eingerichtet werden. Über ein Monatsabonnement sollen die User auf bis zu 500.000 Titel zugreifen können.

1999 erfunden

Die Möglichkeit, über "Napster neu" zwischen Homecomputern Musikdateien hin- und herzuschieben, soll nicht mehr geboten worden. Damit begann ja der Aufstieg und letztendlich auch der Fall des Originalsystems. Die Peer-to-Peer-Börse wurde 1999 vom US-Studenten Shawn Fannings erfunden, nach einem steilen Anstieg der Nutzerzahlen auf zig Millionen weltweit von der Musikindustrie schwer unter Beschuss genommen, vor zwei Jahren geschlossen, vom Bertelsmann-Konzern übernommen und von diesem schließlich an Roxio verkauft. Roxio ist ein Softwareproduzent mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien und verkauft Programme zur Foto- und Videobearbeitung sowie für CD-Brenner.

Auch ein paar Hundert Kilometer weiter nördlich, in Redmond bei Seattle, gibt es Überlegungen, ins Musikgeschäft im Internet einzusteigen: Microsoft, der größte Softwarehersteller der Welt, überlegt, einen Shop für den PC-Markt zu entwickeln, ähnlich dem erfolgreichen Modell des iTunes Store in der Apple-Macintosh-Welt. Dies sagte der Microsoft-Gründer Bill Gates laut der Tech-News-Plattform CNET. Basis solle der Windows Media-Player sein. Gates sagte, dieses Angebot sei weniger als Profitbringer für das Unternehmen zu verstehen, vielmehr als Anreiz für die PC-User, weiter Microsoft-Produkte zu verwenden.

Warten auf Redmond

Die weltweite Online-Community wartet schon seit längerem darauf, dass der Riese aus Redmond im Bereich Musik auf Apple antwortet, seit iTunes im April gestartet ist. Apple verzeichnete in den ersten zwei Monaten sechs Mio. Zugriffe, obwohl der Dienst bisher nur in den USA und nur für das Betriebssystem Mac OS X verfügbar ist. Für Windows soll bis Jahresende eine Version verfügbar sein.

Im Kampf gegen den Tausch von Musikkopien nimmt die US-Musikindustrie wie berichtet seit kurzem User ins Visier. En Dienst der Electronic Frontier Foundation zeigt nun, ob die Fahnder einem auf den Fersen sind, berichtet derStandard.at. Dafür muss man nur Usernamen oder IP-Adresse angeben. (szem/DER STANDARD Print-Ausgabe, 29.7.2003)

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