Österreichisch-deutsche Abstimmungsprobleme

1. August 2003, 21:26
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Weiter Uneinigkeit bei Kostenübernahme für Verflechtung der beiden Lkw-Mautsysteme

Wien - Dass die Mautboxen in den deutschen Lkw gleich bei Start des Abkassierens zwischen Eisenstadt und Bregenz am 1. Jänner 2004 auch hierzulande einsetzbar sind, glauben derzeit nicht einmal mehr die größten Optimisten. Technisch wäre die "Interoperabilität" möglich, sagt Rudolf Kaschnitz, Sprecher des heimischen Mautbetreibers Europpass. An den deutschen Kästchen müsse nur eine vorhandene Schnittstelle aktiviert werden. Es gehe aber um die Kosten und wer diese trägt. Über deren Höhe will Kaschnitz "wegen laufender Verhandlungen" nichts sagen.

Marc Zimmermann, Sprecher des Autobahnbetreibers Asfinag, tippt auf eine Einigung frühestens "Ende 2004". Die österreichischen Boxen in Deutschland zu verwenden ist wegen der Verschiedenheit der Systeme definitiv nicht möglich. Österreich setzt auf Mikrowelle, Deutschland auf GSM und GPS, also auf Handynetz und Satellitenortung. Das schon länger aktive Schweizer System ("Tripon") werde in Österreich hingegen ab Jänner 2004 zu verwenden sein. Mit Italien und Liechtenstein werde bis 2004 eine Einigung erzielt werden, mit Frankreich wird verhandelt. Die österreichische "Go-Box" ist für kein anderes Land verwendbar, vorerst müssen sich die heimischen Frächter bei den anderen Systemen gesondert anmelden.

Bei den Vorbereitungen liege Europpass "im Plan", so Kaschnitz. Im Oktober starte die flächendeckende Probe. 422 freistehende Mautportale seien aufgebaut, 440.000 Boxen geordert. Ein Desaster wie bei der ersten Vignettenausgabe vor sechs Jahren soll tunlichst vermieden werden. (DER STANDARD, Printausgabe 29.07.2003)

Von Leo Szemeliker
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