Neue Gentech-Hotline zur Beratung

1. August 2003, 20:59
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Graz - Mit dem Ende des Zulassungsstopps für gentechnisch veränderte Organismen in der EU, kann Gentechnik auch in Österreich zur Realität werden. Aus diesem Grund ist in Graz die Service- und Informationsstelle INFOgen eingerichtet worden, bei der Experten, Fragen zur Gentechnologie für jedermann einfach erklären. INFOgen wird vom Interuniversitären Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ) betreut und vom Gesundheitsressort des Landes Steiermark gefördert.

"Weg von Emotionalisierung und Panikmache, hin zu objektiver Information über Gentechnik, das ist das Motto der Informationsstelle", so Sandra Karner vom IFZ. "Die Informationsstelle soll Konsumenten, Landwirten und Unternehmen unabhängige Beratung in allen Fragen zum Thema Gentechnik liefern", umschreibt Karner das Anliegen von INFOgen. Nach der Aufhebung des Zulassungsstopps innerhalb der EU hat Österreich keine rechtlichen Möglichkeiten diese Entwicklung zu stoppen. Aber bereits im Vorfeld der Zulassung ist es in Österreich immer wieder passiert, dass Lebensmittel mit Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen in heimischen Supermärkten zu finden waren. "Unsicherheit und Emotionalisierung prägen derzeit die öffentliche Diskussion. Umfragen zufolge fühlen sich viele Österreicher nach wie vor unzureichend über Gentechnik informiert", erklärt Karner. Aufgabe von INFOgen ist es, dagegen Abhilfe zu schaffen. "Die Informationsstelle beantwortet inhaltliche und rechtliche Anfragen zur Gentechnologie, organisiert Veranstaltungen, vermittelt Experten zu speziellen Themenbereichen und stellt Lehrmittel zu Verfügung", führt Karner aus. "INFOgen arbeitet unabhängig, ist interdisziplinär orientiert und ausschließlich wissenschaftlichen Kriterien verpflichtet".

Die Infostelle will einseitige Darstellungen vermeiden und das Thema Gentechnik von allen Seiten beleuchten. Besondere Brisanz wird das Thema in der Landwirtschaft bekommen: Für die konventionelle Landwirtschaft wird der Einsatz von Gentechnik als wirtschaftliche Chance gesehen, für Bauern, die auf ökologische Landwirtschaft setzen, ist die Lösung der Koexistenzproblematik eine Existenzfrage, da diese hundert Prozent gentechnikfreie Produkte erzeugen müssen. "Gerade die österreichische Landwirtschaft ist durch einen hohen Anteil an Biobauern, integrierten Landbau und vor allem seine Kleinstrukturiertheit gekennzeichnet, was ein Problem im unbeschadeten Nebeneinander verschiedener Bewirtschaftungsformen aufwirft", führt Karner aus. (pte)

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