EU-Sozialbericht: Arbeiten hält fit

1. August 2003, 14:21
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Sterberisiko von Arbeitslosen fünf mal höher - Experte kritisiert: Politik bietet oft "kurzatmige Lösungen" - Mit Infografik

Wien - Gesicherte Erwerbstätigkeit ist ein wesentlicher Faktor in der Gesundheitsvorsorge. Zu diesem Ergebnis kommt der EU-Sozialbericht 2003, der sich dem Schwerpunkt "Gesundheit" widmet. "Der Arbeitsmarkt trägt zur Gesundheit der Bevölkerung bei", meinte Hans-Joachim Schulze, Experte der Beobachtungsstelle der EU-Kommission. So sei das Sterberisiko bei Erwerbstätigen fünfmal geringer als bei Arbeitslosen.

Die Politik biete oft "kurzatmige Lösungen", kritisierte Schulze in diesem Zusammenhang. Langfristige Veränderungen würden auch langfristige Perspektiven erfordern. Der Gesundheitszustand in den 15 EU-Ländern hat sich laut Schulze in den letzten vier Jahrzehnten zwar allgemein verbessert. Leiden, die im Zusammenhang mit "geistigen Erkrankungen" stehen, hätten allerdings "in bedeutender Weise" zugenommen.

Auch die Überalterung ist Thema des Berichts. Dieses Phänomen stelle die EU-Länder vor eine große Herausforderung, sagte Jörg Peschner von der Generaldirektion für soziale Angelegenheiten der EU-Kommission. Im Jahr 2030 werde die Gruppe der über 65-Jährigen die 40-Prozent-Marke erreichen. Den größten Zuwachs prognostiziert Peschner bei der Gruppe der über 80-Jährigen, deren Anteil in den nächsten 15 Jahren um 50 Prozent steigen wird.

Die Aufnahme der EU-Beitrittsländer werde zwar für einen kurzfristigen Verjüngungsschub sorgen, mittel-und langfristig würden die neuen EU-Länder aber den Trend zur Überalterung verstärken. (APA, sfm/DER STANDARD, Printausgabe, 29.7.2003)

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