Schlüssel-Gen für Herzinfarkt entdeckt

1. August 2003, 20:59
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Störung des LOX-1-Gens erhöht Risiko auf Herzstörungen bis zum Dreifachen

London/Rom - Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, ein Schlüsselgen zum Herzinfarkt zu entdecken. Bei Menschen, die unter einer Störung des LOX-1-Gens leiden, treten dreimal so oft Herzstörungen auf als bei Menschen, bei denen dieses Gen normal funktioniert, berichten die Herzspezialisten bei einem Treffen in Rom. Zahlreiche Studien in verschiedenen Ländern ergaben jeweils ähnliche Ergebnisse, berichtet BBC-Online. Die Forscher warnen aber davor, Herzerkrankungen nur als rein genetisch bedingt zu betrachten.

"Es wäre falsch zu sagen, dass LOX-1 das Gen zum Herzinfarkt ist", so Jawahar Mehta, Direktor der Abteilung für Kardiovaskulär-Medizin an der University of Arkansas for Medical Sciences. Der Forscher betont aber, dass Studien in verschiedenen Ländern wie etwa Japan, Italien und den USA zum Schluss gekommen sind, dass dieser Gendefekt zumindest das Risiko eines Infarktes stark erhöht. Mehta hofft, dass mit Hilfe des Einsatzes von Stammzellen dieser Defekt behoben werden kann. Guiseppe Novelli, Genetiker an der italienischen Tor Vergata Universität in der Nähe von Rom stellte fest, dass das 1997 entdeckte Gen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Herzinfarkten spielt. "Herzinfarkte sind aber keineswegs monokausale Erscheinungen und ein einzelner genetischer Grund ist definitiv auszuschließen", so der Experte, der einräumt, dass Umweltfaktoren, Lebensumstände und andere genetische Faktoren ebenso eine wesentliche Rolle spielen.

Weitere Forschung

Experten des Pharmakonzerns La Roche arbeiten derzeit an der Erforschung von genetischen Defekten, die zu Herzinfarkten führen: Insgesamt sollen 65 Gene und 120 Varianten mit der Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen im Zusammenhang stehen. Mehta hat mit seinem Team jedenfalls entdeckt, dass LOX-1-Defekte bei der Arterienverstopfung eine wesentliche Rolle spielen.

Nach jüngsten Forschungsberichten von amerikanischen Wissenschaftlern haben dicke Menschen nicht nur ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, sondern sie sterben auch deutlich häufiger an Krebs als Schlanke. Bei über 900.000 untersuchten Personen und 57.000 Krebstodesfällen über einen Zeitraum von 16 Jahren stellte sich heraus, dass diejenigen, die zu Beginn der Studie einen Body-Mass-Index (BMI) von 40 (Normalgewichtige haben einen BMI zwischen 18,5 und 24,9) und mehr aufgewiesen hatten, wesentlich häufiger an bösartigen Tumoren starben als Normalgewichtige. Bei übergewichtigen Männern lagen die Mortalitätsraten um 52 Prozent, bei adipösen Frauen um 62 Prozent höher als bei den normalgewichtigen Geschlechtsgenossen, berichten die Experten um Eugenia E. Calle im New England Journal of Medicine. Dicke Männer sterben häufiger an Magen- und Prostatakarzinomen, dicke Frauen an Brustkrebs und Malignomen des Uterus, der Zervix und der Eierstöcke. (pte)

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