Feindseligkeit bekommt nicht

1. August 2003, 20:59
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... sie macht aggressive Kinder dick und krank - deutsche Ernährungsexpertin wertete Studien aus

Aachen - Aggressive und zynische Kinder haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, im Erwachsenenalter Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Das berichtete am Montag Klaudia Pütz von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen anhand finnischer und amerikanischer Forschungsergebnisse.

An der Untersuchung waren 134 Kinder und Jugendliche beteiligt, die weder eine Disposition zu Herz- oder Geisteskrankheiten hatten noch durch Drogen- und Alkoholmissbrauch auffällig waren. Zu Studienbeginn wurden Blutproben genommen und in einem psychologischen Test wurde der Grad der "Feindseligkeit" eingestuft.

Vergleich

Nach drei Jahren hatten die Probanden, die zu Beginn der Studie stark feindseliges Verhalten zeigten, vermehrt Übergewicht, Insulinresistenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen - also Anzeichen des Metabolischen Syndroms. Bewegungsunlust der Kinder und die daraus folgende Zurückgezogenheit in die eigenen vier Wände ziehen soziale Inkompetenz nach sich, die schnell in Feindseligkeit und Brutalität ausarten kann.

Diese Kinder essen im Vergleich zur körperlichen Betätigung zu viel, zu fett und zuckerreich, was Übergewicht vorprogrammiert, analysierten die Aachener-Ernährungsexperten. Nicht selten hinterlässt Übergewicht Risse in der kindlichen Psyche. Die überflüssigen Kilo schaden dem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Schlussfolgerungen

Die deutliche Zunahme des Übergewichts und die Ausbildung eines Typ-2-Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen fordert zum aktiven Handeln auf, betont Pütz. Ernährungserziehung soll daher bereits im Kindergartenalter erfolgen. Es sei dringend erforderlich, dass Eltern auch für die Probleme ihrer Sprösslinge ein offenes Ohr haben und ihnen helfen, eine positive Einstellung zum Leben zu entwickeln. Bei starkem Übergewicht sind ärztlich geführte Programme empfehlenswert, berichtete Pütz. Eltern sollten für sich selbst wieder die Freude an der Bewegung entdecken und gemeinsam mit ihren Kindern aktive Stunden verbringen. (APA)

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