Opernsehnsüchte eines Einsamen

2. August 2013, 23:36

Premiere von Wagners Meistersinger im großen Festspielhaus

Salzburg – Auch die Festspiele kommen im Wagner-Jahr am Jubilar nicht vorbei. Wagnerianer reisen womöglich direkt nach dem neuen "Ring" aus Bayreuth zu den "Meistersingern" an, um mit Stefan Herheim einen Bekannten zu treffen.

Auch Salzburgern ist der Regisseur in guter Erinnerung. Hier hat er mit seiner überoriginellen Version von Mozarts "Entführung" für einen Skandal gesorgt.

Seine "Meistersinger" führen in das biedermeierliche 19. Jahrhundert, und Herheim ist der gewohnt präzise und überraschende Figurenlenker, der einen von Schaffensideen überwältigten, einsamen Hans Sachs zeigt.

Michael Volle ist als Hans Sachs von starker Präsenz, Roberto Sacca gibt einen etwas vibratoseligen Walther von Stolzing. Blass singt Anna Gabler als Eva, glänzend wirkt Markus Werba als gestreng-lächerlicher Beckmesser.

Dirigent Daniele Gatti animiert die Wiener Philharmoniker zu süffiger, zu Beginn etwas schwammiger Klangpracht, die später zu eleganteren Konturen findet.

Herzlicher Applaus für die Musiker, der originelle Regisseur wurde ebenfalls gefeiert. (tos, DER STANDARD, 3./4.8.2013)

Mehr zum Thema:
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Zur "Meistersinger"-Premiere: Regisseur Herheim über Wagner, Mozart, Staubwischen und Nullstellung

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Unglaublich aber wahr.

Während man nach einigen Anfangsschwierigkeiten des anscheinend real existierenden Redaktionsreferates Clear&Dear doch noch Kritik am Regisseur üben darf, ist Kritik an der Redaktion nach wie vor tabu.
Es war mir also bis jetzt nicht möglich, die Entscheidung der Redaktion, aus der Headline "Premiere von Wagners Meistersingern" die "Premiere von Wagners Meistersinger" zu machen, konstruktiv (Alternativvorschlag) in wahrnehmbarer Form zu kritisieren.
Aber vielleicht erscheint mein Posting ja doch noch nach ca. 9 Stunden Wartezeit.

neuer - stark gekürzter - Versuch zur Verbesserung der Zwischenüberschrift:

"Premiere der Meistersinger im großen Festspielhaus"

Warum?
1. Wer die Oper kennt, braucht die Belehrung, dass sie von Wagner ist, nicht. Jedenfalls nicht in der Überschrift.
2. Und wer sie nicht kennt, glaubt sonst, die Oper heißt "Meistersinger" (Singular). Sie heißt aber "Die Meistersinger von Nürnberg". Es stehen ja auch 12 (Solisten!) davon auf der Bühne herum und singen.
3. Missverständnisse, wie es sie z.B. bei Otello (da gibt es 2 verschiedene Opern verschiedener Komponisten) gibt es bei den Meistersingern keine.

Es hat sich eingebürgert, von den "Meistersingern" bez "die Meistersinger" zu sprechen

wer damit die "richtige"Oper nicht erkennt, braucht auch den Hinweis auf Richard Wagner
- allerdings könnte Meistersinger natürlich irrführend auf die Agentur Meistersinger hinweisen, die doch einige prominente Pferdchen im Stall hat, die durchaus auf Salzburgs Bühnen auftauch(t)en.
- Übrigens wieso 12 Solisten? Wen rechnen sie dazu und wen nicht?

ich bezog mich auf "Gottfried Adalbert von Yosch und Klettenfeld" unten und die Korrektur. Dort durfte ich aber leider nicht posten, es wurde nichts veröffentlicht.

Was die 12 betrifft? 12 Meister(singer) und dann kommt im letzten Akt noch ein 13. hinzu ;) Natürlich gibt es noch mehr Solisten.

vom musikalischen war ich mehr als enttäuscht, inszenierung fand ich durchaus gelungen, trotz einiger unnötiger "einfälle"; absolut versöhnt hat mich dafür falstaff, die aufführung fand ich alles in allem großartig, beides allerdings nur im fernsehen....

Premiere von Wagners "Meistersingern"

Grammatikalischer Unsinn.

Leider wurde es dadurch nicht besser.

derStandard.at/Community
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Danke für den Hinweis, ist korrigiert!

eine gelungene premiere macht auch das publikum nicht besser

Sie waren wohl Teil des Publikums?

Obwohl, dann hätten Sie wohl kaum weiter im 5 Minuten Takt ihre klugen (?) Postings an den Standard verfassen können.

Zensur workaround

Also, man lernt mit der Zeit. Man darf nicht sagen, dass
1. man dem Figurenlenker Herheim die Lenkerberechtigung entziehen sollte. Ok, dann fordere ich statt dessen 3 Punkte in Flensburg.
2. die Regie grauslich war. Ok, dann sage ich halt, sie war unerträglich.
3. man das Publikum für taube Tröttel hält und glaubt, keiner merkt es wenn Sachs singt "was ich auf fremden Tischen fand" aber Herheim ließ ihn vorher den Liedtext oben auf den Kasten legen. Ok, sag ich halt, man glaubt das Publikum ist analphabetisch und kann die Untertitel nicht lesen.
4. es ein Unfug ist, dass Beckmesser Sachs in der Schusterstube verprügelt und dann im Finale zu den Schlussakkorden einen Veitstanz aufführt. Ok, soll Herheim seine eigenen Meistersinger schreiben.

Gemäss Besetzungsliste heisst der Beckmesse im richtigen Leben Markus WERBA nicht Werna!!!

Korrekturlesen schadet nicht

so wie der Beckmesse realiter Beckmesser heißt!

Richtig, 'tschuldigung -

Aber Sie werden's nicht glauben, diese (Salzburger) Tastatur klemmt...

derStandard.at/Community
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Verzeihung, aber unsere Tastatur hat auch geklemmt: Markus Werba heißt ab jetzt auch Markus Werba.

ganz ursprünglich hieß er Hans und nicht Sixtus ;)

Nachname: Lick ;-)

hej ich mag Dich/Sie, Gundel !

danke, man tut, was man kann!

Bitte Monaco Franze - in der Oper anschauen. Soviel zu Kritikern und Meinungsbildnern. Musik und Dirigat war schwach. Einige Sänger ( Namen egal ) zu dünn. Oper in Salzburg wohin gehst du ?

Ihre Meinung kann ich abgesehen von Monaco Franze nicht teilen.

"Musik war schwach" - na ob das die Wagnerianer gerne hören werden? :-)

Ich hatte das Vergnügen dabei gewesen zu sein und muss einmal mehr feststellen, dass es meistens mehr als beachtenswert ist, was in Salzburg geboten wird. Weltklasse!!!

Ja, das war salzburgische Weltklasse (frei nach dem berühmten Zitat von Felix Magath).

Naja, Hochkultur mit Fussball zu vergleichen, ist zumindest interessant ... ;-))))

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