Die Münchener Messemeister

2. August 2013, 18:29
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Punkto Kunstmessen ist München ein heißes Pflaster und bietet gleich vier Herbstformate

Kunstgenuss in den Ferien: Dafür sorgen nicht nur Museen, durch deren Ausstellungen man in herrlich klimatisierten Räumen flanieren kann, sondern auch der eine oder andere Messeveranstalter.

Wiewohl Formate, die noch vor einigen Jahren Kunstkäufer auf den Ballermann oder nach St. Moritz lotsten, auch schon wieder Geschichte sind. Andere haben sich ein Plätzchen in dem an Sommerterminen dünnen Messekalender gesichert. In Österreich, abgesehen von der jüngsten Art Bodensee (Dornbirn, 12.-14. 7.), etwa die achte Auflage der Art Salzburg (10.-18. 8.), im Rahmen deren 36 Aussteller auf die Kaufkraft und den -willen des internationalen Festspielpublikums hoffen.

Mit einem regelrechten Messemarathon wartet im Herbst dann der Standort München auf. Über die Jahre hatten dort diverse Auffassungsunterschiede zur Entwicklung neuer Formate geführt: 2004 sonderte sich etwa die lokale Elite des Kunsthandels rund um Konrad O. Bernheimer von der Kunst Messe München ab und begeisterte die Munich Highlights fortan die qualitätsbewusste Klientel.

2008 gab wiederum die von Wolf Krey initiierte Fine Art & Antiques München ihr Debüt. 2009 folgte das Aus der von Peter Henrich organisierten Kunst Messe München und sicherte sich Krey diesen Titel, der ja synonym für mehr als fünfzig Auflagen stand. Auf 5000 Euro soll sich die dafür vom Deutschen Kunsthandelsverband geforderte Ablöse belaufen haben. Und seit damals hält die Kunst Messe München im Postpalast Hof (18.-27. 10.).

Zuletzt fanden genannte Messen und die seit 1969 im Paula- ner am Nockerberg gastierende Kunst & Antiquitäten München (19.-27. 10.) nahezu zeitgleich, jedenfalls mit besucherfreundlichen Überschneidungen statt.

Ein Bonus, der nun verspielt wurde und sich in der Statistik ausländischer Besucher spiegeln wird: Aufgrund der in London anberaumten Frieze Masters (17.-20. 10.) verschob die Bernheimer-Entourage den Termin nämlich in den November (Residenz München, 8.-13. 11.). Dazu feiert ein neues Format seine Premiere, die Art Classix (Haus der Kunst, 5.-10. 11.), die von einer Gruppe dem Vernehmen nach unzufriedener, jedenfalls ehemaliger Krey-Schützlinge gegründet wurde. (Olga Kronsteiner, Album, DER STANDARD, 3./4.8.2013)

  • Hermann Max Pechstein: 1918 entstand dieses Bildnis "Die chinesische Jacke", in der er seine erste Frau Lotte - ein ehemaliges Modell von Georg Kolbe - verewigte. Es gehört zu den Angebotshighlights der neuen "Art Classix".
    foto: galerie krümmer fine art

    Hermann Max Pechstein: 1918 entstand dieses Bildnis "Die chinesische Jacke", in der er seine erste Frau Lotte - ein ehemaliges Modell von Georg Kolbe - verewigte. Es gehört zu den Angebotshighlights der neuen "Art Classix".

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