Rax: Luckerte Wände mit Aussichtsbalkonen

2. August 2013, 16:57
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Die Runde bei Prein an der Rax bietet viel zum Schauen – das Prädikat sehenswert verdient aber das Panorama

Die Luckerte Wand bei Prein kann es an Höhe nicht mit der benachbarten Rax aufnehmen, sie bietet aber trotzdem ein interessantes Wanderziel. Vor allem auch deshalb, weil man vom Rastplatz auf dem leicht erreichbaren höchsten Punkt der durchlöcherten Felsschneide einen herrlichen Blick auf Schneeberg, Rax, Schneealpe und Veitsch genießt. Zudem zeigen sich das Preintal und ein Teil des Semmeringgebietes.

Die nach Süden überhängende Wand könnte schon den Steinzeitmenschen Schutz geboten haben, wissenschaftlich erwiesen ist in der Prein die Bronzegewinnung. Man kennt die Plätze der Verhüttungsöfen, nicht aber die Standorte der Bergwerke.

Auf der Runde liegt mit dem Geißkirchl eine weitere Durchgangshöhle, in der eine Marien-Kultstätte untergebracht ist. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom keltischen "geis" ab, was tabu oder heilig bedeutet und auf ein altes Heiligtum hinweist. Die heutige Gestaltung stammt aus dem Jahr 1913 und wurde vom Christlichen Verband der weiblichen Hausbediensteten finanziert.

Zum Eingang der mächtigen Falkensteinhöhle führt eine hölzerne Treppe. Diese ist rund hundert Meter lang und besteht teilweise aus Marmor. Die Tropfsteine sind leider schon arg beschädigt. Für den Besuch braucht man eine Taschenlampe, Fackeln sind wegen der Fledermäuse verboten. Die Höhle soll in Krisenzeiten auch als Zufluchtstätte gedient haben. Beiderseits des Höhleneingangs führen äußerst schwierige Kletterrouten durch die Wand, in der sich viele Extremkletterer tummeln, die beim Wandern bequem zu beobachten sind.

Die Tour ist problemlos, weist allerdings sehr steile Strecken im Anstieg auf und verlangt daher eine halbwegs gute Kondition.

Die Wanderroute: Von Prein an der Rax wandert man auf der blauen Markierung in Richtung Hollensteingraben, biegt aber nach kurzer Zeit nach links (Wegweiser Hakogel) auf den gelb markierten Steig ab. Bei einem Aussichtsplatz wechselt man auf die rote Markierung, steigt in einen Sattel ab und erreicht – teilweise sehr steil – die Luckerte Wand. Man schlüpft durch die Höhle und gelangt auf der Ostseite zum höchsten Punkt. Die Gehzeit ab Prein beträgt 1¾ bis 2 Stunden.

Nun wechselt man auf die grüne Markierung, die in einem weiten Bogen hinabführt. Über einen kleinen Rücken hinweg gelangt man zum Geißkirchl und bald dar­auf zur Falkensteinhöhle. Gehzeit ab Luckerte Wand eine Dreiviertelstunde.

Auf der Straße geht es nach Orthof und ein kurzes Stück weiter in Richtung Prein, dann hält man sich nach links auf einen grün markierten Weg, der in das Preintal hinabführt. Gehzeit ab Falkensteinhöhle eine Dreiviertelstunde. In einer weiteren Viertelstunde kehrt man auf der Straße zum Ausgangspunkt zurück. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 3.8.2013)

 

  • Der Eingang zur Falkensteinhöhle ist über eine Holztreppe erreichbar.
Foto: Christian Schreiter/Alpenlandmagazin
    foto: christian schreiter/alpenmagazin

    Der Eingang zur Falkensteinhöhle ist über eine Holztreppe erreichbar.

    Foto: Christian Schreiter/Alpenlandmagazin

  • Die Luckerte Wand bei Prein.
    foto: martin seemann, oeav-sektion weitwanderer

    Die Luckerte Wand bei Prein.

  • Mehr Fotos auf: Alpenverein Weitwanderer
    foto: martin seemann, oeav-sektion weitwanderer

    Mehr Fotos auf: Alpenverein Weitwanderer

  • Gesamtgehzeit 3½ bis 3¾ Stunden, Höhendifferenz 600 m. Kein Stützpunkt auf der Runde, Gasthäuser in Prein. ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 3½ bis 3¾ Stunden, Höhendifferenz 600 m. Kein Stützpunkt auf der Runde, Gasthäuser in Prein. ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000.

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