Taiwans Abgeordnete prügeln sich wegen Atomanlage

Ansichtssache2. August 2013, 15:02
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Taipeh - Eine hitzige Parlamentsdebatte um ein neues Atomkraftwerk hat in Taiwan mit einer Schlägerei geendet. Dutzende Parlamentarier aus rivalisierenden Lagern gingen am Freitag aufeinander los und versuchten, das Rednerpult zu erklimmen. Das Fernsehen übertrug Livebilder, auf denen sich zwei männliche Abgeordnete auf dem Boden prügelten und von Kollegen auseinander gezogen werden mussten, während andere sich gegenseitig mit Wasser aus mitgebrachten Flaschen bespritzten.

Auslöser der Tumulte war eine geplante Abstimmung über die Frage, ob das Volk in einem Referendum über einen Baustopp für Taiwans vierten Atommeiler nahe der Hauptstadt Taipeh entscheiden soll. Die Opposition stemmt sich gegen das Projekt und begründet dies mit Sicherheitsbedenken, die regierende Kuomintang-Partei warnt hingegen vor Problemen bei der Energieversorgung und wirtschaftlichen Einbußen, falls das Mammutprojekt eingestellt werden sollte.

Der Streit über die taiwanischen Atomanlagen hatte nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima zusätzlich an Intensität gewonnen. Taiwan war früher für regelmäßige Massenschlägereien im Parlament berüchtigt. In den vergangenen Jahren verliefen die Debatten in der Regel aber ruhiger. (APA, 2.8.2013)

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foto: ap/wally santana

Abgeordnete der oppositionellen Demokratischen Progressiven Partei (DPP) kämpfen in grünen Westen gegen Parlamentarier der regierenden Nationalistischen Partei (KMT) in schwarzen Westen.

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