Haydns gefühlte Kreittler-Ayer

13. August 2013, 17:41
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Die Kochbuchautorin Andrea Karrer durchforstete Standardwerke des 18. Jahrhunderts und tischt kulinarisch-historisches im Geburtshaus von Joseph Haydn auf

"Reis ist eine sehr nützliche Frucht, die aus Indien und der Türkey zu uns gebracht, auch nunmehr in Italien und den südlichen Provinzen glücklich gebaut wird. Es (sic!) ergibt eine das Geblüt vermehrende Speise, die zwar etwas stopft, aber wider Bauchflüsse nicht undienlich ist." Die Kochbuchautorin Andrea Karrer hatte bestimmt einen Heidenspaß, als sie Standardwerke des 18. Jahrhunderts wie das Frauenzimmerlexicon von 1773 durchforstete. Ihre Recherche kommt nun auch einer Veranstaltung zugute, die sich "Essen wie zu Haydns Zeiten" nennt.

Barocker Buchstabensalat

Das Ambiente dafür, keine Frage, passt schon mal: Kulinarisch-Historisches wird am 18. August jeweils um 11.30 Uhr und um 14 Uhr im schilfgedeckten Geburtshaus von Joseph Haydn im burgenländischen Rohrau aufgetischt. Was dem Komponisten dort tatsächlich serviert wurde, ist allerdings schon aus orthografischen Gründen schwer nachvollziehbar: "Gefühlte Kreittler-Ayer" sind zumindest denkbar, weil sich das Ei als essbares Fruchtbarkeitssymbol zu dieser Zeit größter Populariät erfreute. Am besten aber kostet man sich einfach durch den barocken Buchstabensalat - vier Gerichte gibt's um 28 Euro, sechs um 36 Euro. (saum, Rondo, DER STANDARD)


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