Hitze und Waldbrände im Norden Sibiriens

31. Juli 2013, 19:22
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Jakutien und Jamal-Halbinsel hitzegeschädigt, Überflutung im Fernen Osten

Moskau - Nasskaltes Regenwetter in Moskau, Hitze in Sibirien: Während der Juli in der russischen Hauptstadt eher an September erinnerte, stehen vor allem im Norden Sibiriens aufgrund ungewöhnlich hoher Temperaturen und großer Trockenheit viele Wälder in Brand. Insgesamt hat der Katastrophenschutz in Russland derzeit rund 130 Waldbrände mit einer Gesamtfläche von 75.000 Hektar registriert. In sechs Gebieten wurde der Notstand verhängt.

Ausgetrocknete Flüsse

Nach den für Sibirien schlimmsten Waldbränden seit Menschengedenken im vergangenen Jahr trifft es auch heuer wieder die Region hinter dem Ural besonders hart: So stehen allein in der dünn besiedelten russischen Teilrepublik Jakutien mehr als 60.000 Hektar in Flammen. Hitze und Trockenheit machen auch den hoch im Norden gelegenen Regionen Jamal und Taimyr schwer zu schaffen.

Auf der Jamal-Halbinsel setzt der Katastrophenschutz unter anderem schwere Löschflugzeuge zur Brandbekämpfung ein. Dort hatten die Flammen mehrere Ortschaften bedroht. Wochenlang anhaltende Temperaturen über 30 Grad jenseits des Polarkreises haben zudem viele Flüsse ausgetrocknet.

Die für die Wasserversorgung der Großstadt Norilsk und des ansässigen Buntmetallriesen Norilsk Nickel genutzte Norilka hat so mit 1,18 Metern den niedrigsten Pegel seit einem Vierteljahrhundert. Viele Wasserhähne blieben trocken. Nun versuchen die Bewohner durch Grabungen an der Quelle den Wasserstand wieder zu heben.

Hochwasser in Pazifikregion

Während vor allem der Norden Sibiriens mit den Folgen der Trockenheit kämpft, leiden andere Regionen unter heftigen Regenfällen. In der Pazifikregion Primorje musste in mehr als 20 Landkreisen der Hochwassernotstand ausgerufen werden. Mehrere Ortschaften wurden evakuiert.

Stellenweise ist wegen der hohen Niederschlagsmenge auch der Amur an der Grenze zu China über die Ufer getreten. Kritik gibt es, nachdem die große Ortschaft Iwanowka vollständig überflutet wurde. Die Schutzdämme sollen falsch konzipiert worden sein, berichten staatliche Medien. Rund 150 Wohnhäuser und die meisten administrativen Gebäude stehen daher unter Wasser. Die örtlichen Behörden hätten zudem nicht auf die rechtzeitigen Niederschlagswarnungen reagiert, klagte die Umweltaufsichtsbehörde in ihrem Bericht. Mehreren Beamten drohen nun Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit. (ab, DER STANDARD, 1.8.2013)

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    Die Ortschaften bei Moskau bleiben in diesem Jahr vor den Bränden, die 2010, wie hier im Bild, gewütet haben, verschont.

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