Strauss-Kahn wird der Prozess gemacht

31. Juli 2013, 16:16
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Staatsanwaltschaft verzichtete am Mittwoch auf Berufung - Ex-IWF-Chef und dreizehn anderen wird "schwere gemeinschaftliche Zuhälterei" vorgeworfen

Lille - Nun ist es fix: Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kommt in der Affäre um einen sogenannten Callgirl-Ring um einen Prozess nicht herum. Die Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille gab am Mittwoch bekannt, keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung von drei UntersuchungsrichterInnen einzulegen. Strauss-Kahn wird sich wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" vor Gericht verantworten müssen. Bei den Vorwürfen handelt es sich um Männer-Zusammenkünften mit Prostituierten, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilnahmen.

Seit Freitag ist bekannt, dass die ermittelnden UntersuchungsrichterInnen Anklage gegen den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) erheben. Dabei setzten sich die RichterInnen über einen Antrag der Staatsanwaltschaft vom Juni hinweg, das Verfahren mangels Beweise einzustellen. Die Staatsanwaltschaft hätte gegen die Entscheidung der RichterInnen Berufung einlegen können, verzichtete aber darauf - dies gilt übrigens auch für die dreizehn weiteren Beschuldigten in dieser Affäre.

Medienberichte: Strauss-Kahn habe Treffen mitorganisiert

Laut Medienberichten soll der heute 64-jährige Franzose Strauss-Kahn dieses Zusammenkünfte, die vor allem in Paris und Washington (dem Hauptsitz des IWF) stattfanden, mitorganisiert haben. Er bestreitet nicht, dort teilgenommen zu haben, allerdings will er nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte. 

Strauss-Kahn kommt seit zwei Jahren nicht mehr aus den Schlagzeilen. Im Mai 2011 trat er aus seiner mächtigen Position als IWF-Chef zurück, nachdem er in New York wegen Vergewaltigungsvorwürfen festgenommen worden war. Er wurde beschuldigt, in einem New Yorker Luxushotel eine Hotelangestellte zum Oralsex gezwungen zu haben. Ein Strafprozess wurde eingestellt, das Zivilverfahren wurde nach einer außergerichtlichen Einigung Strauss-Kahns mit Nafissatou Diallo eingestellt. Strauss-Kahn zahlte ihr 1,5 Millionen Dollar. (APA, red, dieStandard.at, 31.7.2013)

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    Dominique Strauss-Kahn muss sich nun vor Gericht wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" verantworten.

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